Delfin-Therapie soll schwere Krankheit von Dreijährigem lindern

Auf Tuchfühlung: Ben Diebel aus Niederaula bei der Delfintherpie in Curacao. Der Dreijährige kam als Frühchen zur Welt, ist körperbehindert und in seiner Entwicklung zurückgeblieben. Foto: nh

Niederaula. Bei seiner Geburt war Ben Diebel ein Sorgenkind. Der heute Dreijährige kam in der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt. Danach gingen die Probleme weiter. Um ihm zu helfen, war die Familie kürzlich zur Delfintherapie auf Curacao, einer Insel in der Karibik.

Seine ersten Lebenstage musste der Säugling im Brutkasten verbringen. Während dieser Zeit erlitt Ben eine Hirnblutung und zwei Herzstillstände. Zweimal musste er reanimiert werden.

„Mit dreieinhalb Jahren kann Ben nicht laufen und nicht richtig sprechen“, beschreibt Vater Martin Diebel die Folgen. Ben leidet unter sogenannter Tetraspastik, verkrampft deshalb Arme und Beine. Um ihm zu helfen, war die Familie kürzlich zur Delfintherapie auf Curacao, einer Insel auf den Niederländischen Antillen in der Karibik.

„Anfangs hat Ben sich schwergetan“ erzählt Diebel, der Wirt der Gaststätte Altes Forsthaus ist. „Eine andere Umgebung, die neuen Therapeuten und das Wasser - da hat er eine Weile gebraucht“, ergänzt seine Mutter Anja. Gegen Ende der zweiwöchigen Therapie sei ihr Sohn aber regelrecht aufgeblüht. Zum Programm gehörte nicht nur der Kontakt zu den Meeressäugern. „Morgens um 8 Uhr ging es mit Ergotherapie los. Danach durfte Ben mit den Therapeuten ins Wasser“, erzählen seine Eltern. Der Aufwand habe sich gelohnt. „Ben ist viel aufmerksamer, stützt sich ab und reagiert mehr auf seine Umwelt. Das haben uns auch Außenstehende bestätigt“, erzählt Martin Diebel. Während der Dreijährige vor der Delfinthrapie häufig nachts wach geworden sei, habe er in der Folge durchgeschlafen. „Auch das ist viel wert“, betont seine Mutter Anja.

Rückschau: Der dreijährige Ben Diebel leidet unter den Folgen einer zu frühen Geburt. Gemeinsam mit (von links) Vater Martin, den Brüdern Lukas (11) und Fabian (16) und Mutter Anja betrachtet er die Fotos von seiner Delfintherapie. Foto: Eisenberg

Für ihren jüngsten Sohn, der seit Kurzem den Niederaulaer Kindergarten als Integrationskind besucht, leistet die Familie quasi eine 24-Stunden-Betreuung. „Viele können unsere Situation nicht nachvollziehen“, berichtet Martin Diebel. „Der Aufenthalt in Curacao war kein Urlaub. Weil die Delfintherapie wissenschaftlich umstritten ist, wird sie nicht von der Krankenkasse übernommen. Zusammen mit Flug und Unterbringung musste die Familie eine stattliche Summe aufbringen. Unterstützt wurde sie dabei durch Freunde; eine Bank gewährte einen zinsgünstigen Kredit.

Auch in Deutschland erhält Ben Krankengymnastik, Ergotherapie und eine Behandlung bei einem spezialisierten Heilpraktiker im Ruhrgebiet. Eine Operation soll Linderung für seine verkrampften Muskeln bringen.

Um Bens Situation zu verbessern, strebt seine Familie eine weitere Delfintherapie an. „Wir wollen Ben so gut wie möglich fördern“, sagt Marin Diebel. „Er soll uns mit 16 nicht vorwerfen können, wir hätten nicht alles versucht.“

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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