Ein Dankeschön ist eher selten

60 Rot-Kreuz-Helfer beim Strandfest rund um die Uhr im Einsatz 

Rot-Kreuz-Helfer im Sanitätszelt: von links Christian Thiel, Johannes Klein, Lasse Ellenberger, Jaan Bathe, Steffen Jungermann. Foto: zmy
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Rot-Kreuz-Helfer im Sanitätszelt: von links Christian Thiel, Johannes Klein, Lasse Ellenberger, Jaan Bathe, Steffen Jungermann. Foto: zmy

Rotenburg. Die einen feiern, die anderen helfen, wenn beim Feiern etwas schief geht: Mitglieder des DRK-Ortsvereins Rotenburg leisten Hilfe beim Strandfest.

60 Patienten haben die ehrenamtliche Einsatzkräfte des Roten Kreuzes von Donnerstag bis Sonntagabend versorgt. Diese Zahl nannte Einsatzleiter Lasse Ellenberger am Montagmorgen - und da lag noch der letzte große Festtag und vor allem die letzte Party-Nacht im Zelt vor dem Team.

Mit Kreislaufproblemen, kleineren Verletzungen, etwa durch Scherben, und natürlich den Folgen von zuviel Alkohol mussten sich die 60 Helfer während ihrer Dienstschichten befassen. Elf Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht - für Ellenberger und sein Team eine ganz normale Strandfest-Bilanz.

Schon sechs Wochen vor dem großen Fest beginnen die Retter mit den Vorbereitungen - die Technik und der Funkverkehr zum Beispiel müssen püntklich stehen. Eine Helferin ist ausschließlich damit befasst, die Versorgung ihrer Kollegen mit Essen und Getränken zu organisieren. Der DRK-Ortsverein Rotenburg kümmert sich nicht nur in seinem Zelt am Festplatz um Hilfsbedürftige, sondern hat auch zwei Posten im Schlosspark - bei über 10.000 Besuchern des Festivals am Samstag reicht ein Trupp nicht aus, weiß Ellenberger.

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Die Rotenburger feiern gern - das gilt auch für die Ehrenamtlichen vom Roten Kreuz: „Es ist schon manchmal schwierig, genug Leute zu bekommen“, sagt der Einsatzleiter. Sein Team wurde unterstützt von der Rettungshundestaffel und Mitgliedern des befreundeten Ortsvereins Kaufungen.

Ellenberger freut sich, dass die Rettungskräfte von DRK, DLRG und Feuerwehr so reibungslos zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Diese Hand-in-Hand-Arbeit mache richtig Spaß.

Bekommen die Helfer denn auch mal ein Dankeschön von ihren Patienten? Das sei eher die Ausnahme, sagt Ellenberger. „Man wird eher noch angepöbelt von den Betrunkenen“. Bei manchen gebe es ein regelrechtes Anspruchsdenken: Sie forderten sogar, nach Hause gebracht zu werden. „Die sagen noch: Wofür werdet Ihr denn bezahlt? Die wenigsten wissen, dass wir das alles ehrenamtlich in unserer Freizeit machen. Wir kriegen kein Geld.“

Von Silke Schäfer-Marg

Fotos vom Strandfest

Festumzug beim Rotenburger Strandfest

Video: Festumzug

Quelle: HNA

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