Serie: Junge Menschen zieht es nach Waldhessen

Daniel Holl lebt nach seiner Handball-Karriere wieder in Rotenburg

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Er kam zurück, um in der Firma seiner Eltern zu arbeiten: Daniel Holl hat zwei Jahre in Detmold gelebt.

Rotenburg. Immer weniger und immer älter - so lautet die Prognose für die Bevölkerungsentwicklung im ländlichen Raum. Es gibt jedoch auch junge Menschen, die sich für ein Leben in der Region entschieden haben. In loser Folge stellen wir junge Frauen und Männer vor, die bewusst im Landkreis geblieben oder dorthin zurückgekommen sind.

Und berichten darüber, warum sie Waldhessen den Metropolen dieser Welt vorziehen.

Zwei Jahre hat Daniel Holl in Detmold gelebt. Er hätte sich auch vorstellen können, zu bleiben. Doch der Rotenburger wollte in der Firma seiner Familie mitarbeiten und so zog es den 31-Jährigen zurück in seine Heimatstadt Rotenburg.

Gleich nach dem Realschulabschluss begann Holl eine Ausbildung zum Tischler in der Tischlerei Holl Holzverarbeitungen. Während dieser Zeit war er auch in zwei weiteren Betrieben in Bad Hersfeld tätig. Nachdem er ein paar Jahre im Familien-Betrieb gearbeitet hatte, versuchte er sich als Profi-Handballer.

Mit der MT Melsungen schaffte Holl den Aufstieg von der zweiten in die erste Bundesliga. „Das war Gänsehaut pur“, sagt Holl und erinnert sich an den Empfang auf dem Marktplatz in Melsungen und wie er im Autokorso durch die Stadt gefahren ist.

Auf die Meisterschule

Während seiner Zeit als Handballer war ihm immer klar, dass er nach Rotenburg und in den Familienbetrieb zurückkehren würde. Darum wollte er eine Techniker- und Meisterschule besuchen und das Fachabitur nachholen. Zuerst suchte er die Schule aus, dann wählte er einen Handballverein nahe der Schule. Er entschied sich für die HSG Augstdorf/Hövelhof.

Holl zog nach Detmold. Die zwei Jahre in der Fremde möchte er nicht missen. „Ich habe dort viele Freundschaften und Bekanntschaften geschlossen.“ Während dieser Zeit war Holl selten in seiner Heimatstadt: An den Wochenende hatte er Handballspiele und so fehlte die Zeit, um die Stadt an der Fulda zu besuchen. Trotzdem hat man ihn in Rotenburg gut wieder aufgenommen, sagt der Handballer. „Ich habe mich gefreut, nach Hause zu kommen.“ Es fiel ihm auch nicht schwer sich einzugewöhnen, schließlich war er in eine gewohnte Umgebung zurückgekehrt. Was er in der Fremde vermisst hat? „Über die Straße zu gehen und stehen zu bleiben, um zu schnacken.“ Es fehlte das Gefühl, dass einen jeder kennt.

Verein gegründet

Seine Heimatliebe hat der Rotenburger gleich nach der Schule unter Beweis gestellt. Zusammen mit Freunden gründete er den Verein FC Lommel. Sie wollten etwas haben, das sie immer nach Rotenburg zurückführt, dabei sollte der neu gegründete Fußballverein helfen. Mittlerweile organisiert der Verein traditionell das Entenrennen beim Strandfest. Außerdem veranstaltet der Verein jährlich ein Fußballturnier.

Derzeit ist Daniel Holl Prokurist im Familienbetrieb. Der nächste Schritt ist dann die Aufnahme in die Geschäftsleitung. Auch sein jüngerer Bruder Jan-Oliver will in der Firma bleiben „Ich fühle mich sehr wohl und würde momentan nichts an meiner beruflichen Situation ändern wollen“, sagt Holl.

Von Lara Sasse

Quelle: HNA

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