Cornbergs Alt-Bürgermeister Heinz Moch wird 90 Jahre

Cornbergs Alt-Bürgermeister Heinz Moch

Rockensüß. Er lebt voll und ganz in der Gegenwart, doch sein Faible gilt der Vergangenheit: Heinz Moch, 14 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Cornberg, forscht hingebungsvoll in der Heimatgeschichte und gilt als ausgewiesener Kenner des Klosters Cornberg. Am kommenden Montag wird er 90 Jahre alt.

Der Mann ist ein Phänomen: Seine Gesprächspartner verblüfft er nicht nur mit detaillierten Geschichtskenntnissen sondern auch mit seinem Zahlengedächtnis: Noch heute kann er auf Anhieb Aktenzeichen zu Cornberger Angelegenheiten nennen, kennt Summen, die über Jahrzehnte für Sanierungs- und Bauprojekte ausgegeben wurden und weiß dazu viele Anekdoten.

Die Haushaltspläne der Gemeinde hat Heinz Moch am heimischen Wohnzimmertisch geschrieben. Sogar Satzungen, die juristischen Vorgaben unterliegen, hat er selbst formuliert "und sie sind nie beanstandet worden", erzählt er stolz. "Ich war immer zu genau."

Verwaltung hat er von der Pike auf gelernt, war schon als 17-Jähriger 1941 für zwei Landgemeinden bei Breslau zuständig. Mit 18 Jahren wurde er Soldat und war drei Jahre an der Front. Dreimal wurde er verwundet. Kurz vor Kriegsende, Ostern 1945, geriet Moch in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Im August 1948 wurde er entlassen und kam nach Rockensüß, wohin es seine Familie in den Kriegswirren verschlagen hatte. 1949 zog die Familie nach Cornberg, und dort arbeitete er ab 1951 in der Gemeindeverwaltung.

Immer ansprechbar

1972 wurde er erstmals zum Bürgermeister der neuen Großgemeinde Cornberg gewählt. Dieses Amt übte er nach einstimmigen Wiederwahlen bis 1986 aus. Aber was heißt schon Amt? "Mein Beruf war mein Hobby", sagt er. Mit Leidenschaft hat er sich um die Belange der Bürger gekümmert und mit Sachkenntnis vieles für die Gemeinde erreicht.

Ansprechbar war er immer für alle: Moch gehört allen Vereinen an, hat die Cornberger Feuerwehr sogar schon 1949 mitbegründet, den Heimat- und Verkehrsverein 1969. Bei Jahreshauptversammlungen ließ er sich nie vertreten, arbeitete in vielen Vorständen mit.

Seine Frau Helga, mit der er seit 1952 verheiratet ist, hat ihn beim Einsatz für andere immer unterstützt. Das weiß er zu schätzen: "Ein glückliche Familie macht viel aus, wenn man alt wird." Eine positive Lebenseinstellung, Glück und eine robuste Gesundheit gehörten auch dazu.

Aber was heißt schon alt? Heinz Moch sagt: "Ich fühle mich nicht wie 90." Täglich widmet er noch einige Stunden seinen Forschungen. Die Ergebnisse fasst er auf einer elektrischen Schreibmaschine zusammen. 13 Bücher sind so schon entstanden. Nicht genug: "Ich habe noch viele Pläne", sagt er.

Seine Lebensgeschichte will er noch aufschreiben für die Nachkommen. Aufschreiben, wie das Leben und Aufwachsen im vergangenen Jahrhundert war. Dass auf sein Gedächtnis noch immer Verlass ist, kann ihm dabei helfen.

Von Silke Schäfer-Marg

Zur Person

Heinz Moch wurde in 1924 Breslau geboren. Mit 14 Jahren begann er eine Lehre bei der Amts- und Gemeindeverwaltung in Strehlitz. Mit 18 Jahren wurde er Soldat und dabei dreimal verwundet. Nach der Kriegsgefangenschaft kam er 1948 nach Rockensüß, wo seine Familie inzwischen lebte. 

1949 zog die Familie nach Cornberg um. 1951 wurde er Verwaltungsangestellter in Cornberg. 1971 arbeitete er ein Jahr lang als Staatsbeauftragter der neuen Großgemeinde Cornberg, anschließend wurde er zum Bürgermeister gewählt. Der Sozialdemokrat wurde dreimal wiedergewählt. Seit 1952 ist er mit seiner Frau Helga, die aus Rockensüß stammt, verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter, eine Enkelin und eine Urenkelin. Heinz und Helga Moch wohnen in Rockensüß. (sis)

Quelle: HNA

Kommentare