Abstimmung in der Gemeindevertretung

Cornberg entscheidet Donnerstag über Schutzschirm

Cornberg. Wohin geht die Reise in Cornberg? Am heutigen Donnerstag entscheiden die Gemeindevertreter, ob die Kommune unter den Schutzschirm des Landes geht.

Die öffentliche Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Rockensüß beginnt um 19.30 Uhr. Die Entschuldung der Gemeinde um knapp zwei Millionen Euro plus Zinsbeihilfen, gibt es nicht umsonst. Und genau hier setzen bei den Cornberger Kommunalpolitikern die Bauchschmerzen ein: Drastische Gebühren- und Steueranhebungen und noch mehr Sparen sind damit verknüpft.

In der Sitzung steht schon der erste schmerzhafte Schritt bevor: Die Grundsteuern sollen auf 500 Prozent angehoben werden, die Gewerbesteuer auf 340 Prozent. Dass außerdem die Laternen nachts abgeschaltet werden sollen, klingt da eher nach einer Kleinigkeit für die Cornberger – das machen schon viele Kommunen.

Bürgermeister Achim Großkurth verfällt nicht in Euphorie, spricht man ihn auf den Schutzschirm an. Er leitet die Verwaltung einer Kommune, die mit 1500 Einwohnern nicht nur die kleinste im Kreis ist, sondern auch eine, deren Bewohnerzahl weiter sinkt.

Die demografische Entwicklung sieht Großkurth bei allen Sparzwängen, die vom Land auferlegt wurden, nicht ausreichend berücksichtigt. „Wir fragen uns, was können wir den Bürgern noch zumuten?“ Nicht zuletzt deshalb sollten die Steueranhebungen eigentlich moderat und in Stufen vorgenommen werden. So hatte es der fraktionsübergreifende Arbeitskreis vorgesehen. Das hat aber dem Land nicht gereicht.

Großkurth sieht aber auch keine Alternative zum Schutzschirm: Das Land zieht bei allen Kommunen die Handbremse an, wenn die Haushalte nicht ausgeglichen werden. Begründet wird dies mit der Schuldenbremse, für die die Mehrheit der Hessen gestimmt hat.

Von Silke Schäfer-Marg

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Quelle: HNA

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