30 bis 40 Geschäfte nötig, damit Outlet erfolgreich sein kann

City-Outlet ist in Rotenburg möglich - Machbarkeitsstudie vorgestellt

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Wichtige Meile für Outlet-Geschäfte: Der Steinweg. 

Rotenburg. Ein City-Outlet in Rotenburg ist grundsätzlich möglich. Allerdings müssten in der Stadt noch erhebliche Vorleistungen erbracht werden. 

Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die am Dienstagabend im Rathaus vorgestellt wurde. Die Studie stammt von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) in Ludwigsburg.

GMA-Mitarbeiter Gerhard Beck wies gleich zu Beginn darauf hin, dass ein City-Outlet nur dann Erfolg haben kann, wenn die Stadt bereits eine touristische Prägung hat, weil Einkaufen und Freizeitvergnügen für potenzielle Kunden zusammengehören. In Rotenburg sei dies tendenziell gegeben. Allerdings: Um erfolgreich zu sein, muss die kritische Größe von 30 bis 40 Geschäften erreicht werden, eine Verkaufsfläche von mindesten 7000 bis 8000 Quadratmetern sollte zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: Das nach amerikanischem Vorbild errichtete Wertheim-Village, außerhalb einer Stadt, hat 15.000 Quadratmeter.

Es wird nicht funktionieren, bestehende Geschäftsräume allein für die Pläne zu nutzen. Der Verkaufsflächendurchschnitt sollte bei 220 Quadratmetern liegen. Für Rotenburg bedeutet dies, dass kleinere Einheiten zu größeren verbunden werden müssten. Der favorisierte Bereich wäre die Achse vom Marktplatz über Brückengasse und Steinweg bis zum Zwickel. Ergänzend sei die Breitenstraße als Querachse zu sehen. Und diesem Bereich sollten zwei Pole, sprich Neubauten, zugeordnet werden. Die Studie sieht als potenzielle Standorte den Parkplatz Altes Amtsgericht sowie die Fläche im Bereich des Edeka-Getränkemarktes an der Ecke Bürgerstraße vor. Benötigt würden zudem Parkplätze.

GMA-Mitarbeiter Beck warnte die Stadt davor, das Projekt auf eigene Faust stemmen zu wollen. Nötig seien ein Investor und ein professioneller Betreiber. Es gibt aber auch einen Plan B für Rotenburg.

Gerhard Beck gab Tipps, sollte man sich gegen das City-Outlet entscheiden. Dazu empfahl er, die Einzelhandelsgeschäfte auf einem kürzeren Abschnitt zu konzentrieren, somit ebenfalls die Achse Marktplatz-Steinweg zu nutzen, die Gastronomie zu stärken und den innerstädtischen Wohnungsausbau. Also barrierefreie Wohnungen dort, wo heute leer stehende Geschäfte sind. Dass sich die Innenstadt wieder durch Einzelhandel belebt, bezweifelt der Fachmann: Für Filialisten sei Rotenburg zu klein, der inhabergeführte Handel werde weiter zurückgehen - nicht zuletzt wegen des Internethandels.

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Quelle: HNA

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