Von Morbus Crohn sind häufig jüngere Menschen betroffen – die Krankheit verläuft in Schüben

Chronische Entzündung im Darm - Fragen und Antworten 

Bauchschmerzen: In Verbindung mit häufigem Durchfall können sie ein Hinweis auf Morbus Crohn sein. Foto:  dpa

Ich bin 30 Jahre alt und habe immer wieder Durchfall und Bauchschmerzen. Mein Hausarzt hat mich an einen Spezialisten überwiesen, weil er vermutet, es könnte sich um Morbus Crohn handeln. Was erwartet mich jetzt?“, fragt ein Leser aus Wildeck.

Antworten hat Dr. Daniel Gleichmann. Der Internist ist Chefarzt der Inneren Abteilung am Kreiskrankenhaus in Rotenburg und unter anderem spezialisiert auf Magen-Darm-Erkrankungen.

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, erklärt Dr. Gleichmann. Zunächst muss abgeklärt werden, ob es sich überhaupt um Morbus Crohn handelt. Dazu sollte eine Lebensmittelunverträglichkeit ausgeschlossen werden, Stuhlproben würden genommen, um eine Infektion als Ursache auszuschließen. Weil jeder Abschnitt des Magen-Darm-Trakts betroffen sein kann, rät der Arzt zu einer Magen- und Darmspiegelung. Jeder Durchfall, der über vier Wochen anhält, gelte als chronisch und müsse abgeklärt werden.

Ursachen nicht bekannt

Die Ursachen für Morbus Crohn sind nicht bekannt, sagt der Internist. Es spricht vieles dafür, dass es sich dabei um eine gesteigerte Immunantwort gegen bestimmte Bestandteile der Darmbakterien handelt. Die chronische Erkrankung sei noch nicht heilbar, der Verlauf könne aber sehr gut abgemildert werden. Dazu werden Medikamente oder eine Antikörpertherapie per Injektion oder Infusion eingesetzt.

Beim akuten Schub wird zur schnellen Behandlung als Standardtherapie meist Kortison eingesetzt. Auch ballaststoffarme Kost wird empfohlen, erklärt der Rotenburger Chefarzt. In einigen Fällen, in denen ein Absetzen des Kortisons nicht möglich ist, gibt es ebenfalls Medikamente als Alternativen. Um weitere Schübe zu verhindern, gibt es andere Medikamente.

Abgesehen von einer individuell verträglichen Ernährung kann man zur Vorbeugung eines Schubs nicht viel tun, bedauert Gleichmann. Man wisse aber, dass Rauchen die Krankheit ungünstig beeinflusse.

Der Verlauf ist nach den Worten von Dr. Gleichmann individuell sehr verschieden. Manche Patienten haben nach dem ersten Schub eine längere Phase ohne Beschwerden, andere leiden alle paar Wochen bis Monate unter einem Schub. Dann steigt die Stuhlfrequenz, es kann Fieber auftreten, das Allgemeinbefinden leidet. Eventuell tritt auch Blutarmut auf, die Patienten verlieren an Gewicht.

Zwei Altersgipfel

Bei Morbus Crohn spricht man von zwei Altersgipfeln. Betroffen sind verstärkt Menschen zwischen 20 und 40 Jahren und dann wieder mit 65 bis 80 Jahren.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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