Auszeichnung der Arbeitsagentur für Stahlbau Frank in Bebra

Die Chemie stimmt

Rohdiamant beim Feinschliff: Der Auszubildende Jan Holstein (links) lernt bei Viktor Kliewer von der Firma Stahlbau Frank das Schweißen. Foto: zmy

Bebra. „Rohdiamanten“ sind für Tobias Krapf, Diplombauingenieur bei der Firma Stahlbau Frank in Bebra, die Auszubildenden, die man hier am liebsten selbst schleift, denn: „Dann weiß man, was der kann.“ Für ihre Verdienste im Ausbildungsbereich wurde dem Unternehmen jetzt ein Zertifikat der Bundesagentur für Arbeit verliehen.

Jahr für Jahr bildet der Betrieb Metallbauer aus. Meist ist je ein Auszubildender jeden Lehrjahres in der Firma. Im Moment sind es zwei, zwei weitere kommen im August. Der 17-jährige Jan Holstein ist im zweiten Lehrjahr.

Kein Büromensch

Für ihn war nach der Schule klar, dass er kein Büromensch ist, und bei Stahlbau Frank gefällt ihm, dass er „von vornherein ins kalte Wasser geworfen“ wurde, also gleich in der Produktionshalle im Bebraer Industriegebiet aktiv wurde.

Firmen und Privatleute

Hier stellt das Unternehmen, das in diesem Jahr seit 175 Jahren existiert, Treppen, Geländer, Handläufe, Fußgängerbrücken oder Einhausungen her. Momentan liegen in der Halle gewinkelte Stahlsäulen, die ein saniertes historisches Gebäude stützen werden.

Kunden sind Firmen und Privatleute in der Region, zurzeit kommen aber viele Aufträge aus Südhessen, wo Bauteile für Schulen oder Kindergärten gebraucht werden.

Dirk Riedl wurde auch in der Firma ausgebildet und ist heute Geschäftsführer. Es sei nicht immer leicht, geeignete Auszubildende zu finden, und die Bewerbungen würden weniger, berichtet er.

Umso mehr bemühe sich das Unternehmen um Nachwuchs. Die Auszubildenden werden direkt in die Produktion eingebunden, haben aber auch verschiedene Lehrgänge am Berufszentrum der Kreishandwerkerschaft in Bad Hersfeld.

Hohe Quote

„Dieses Unternehmen schaut nach vorne“, lobt Frank Kamolz, Bereichsleiter bei der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.

Bei der Auswahl der Auszubildenden werde immer geprüft, ob die Chemie zwischen Unternehmen und Auszubildenden stimme. Bei knapp 30 Mitarbeitern und meist drei Auszubildenden sei die Quote hoch.

Wenn sie überall so hoch wäre, erklärte Kamolz, „dann hätten wir nie Probleme, genügend Ausbildungsplätze zu finden“. Kamolz lobte, dass auch angehende Bauingenieure im Rahmen der dualen Ausbildung bei Stahlbau Frank arbeiteten.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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