Genoscolar: Der Charme der Genossenschaft

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Bilanz nach einem Jahr: Manfred Ringer, links, und Dr. Christof Münscher, Vorstandsmitglieder der Energiegenossenschaft Genoscolar, beim Gespräch im Foyer der Rotenburger Förderstufe. Auf dem Dach des Gebäudes befindet sich eine von sechs Photovoltaikanlagen der Genossenschaft.

Rotenburg. Vor gut einem Jahr nahm die erste Photovoltaikanlage der Energiegenossenschaft Genoscolar auf dem Dach des Förderstufengebäudes der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule den Betrieb auf. Wir sprachen mit den Vorstandsmitgliedern Dr. Christof Münscher und Manfred Ringer.

Sechs Anlagen sind in Betrieb, die Genossenschaft hat 118 Mitglieder. Blicken Sie auf eine reine Erfolgsgeschichte zurück?

Manfred Ringer: Zu hundert Prozent. Vor der Gründungsversammlung im April 2011 wussten wir nicht mal, ob wir die Anlage auf der Förderstufe für 250 000 Euro allein finanzieren können. Kurz darauf stellte sich schon die Frage: Wo kommt die nächste Anlage hin? Der Zuspruch war riesig.

Wie schwierig ist es, Dächer für neue Anlagen zu finden?

Dr. Christof Münscher: Es ist nicht einfach. Öffentliche Dächer werden ausgeschrieben. Wenn ein Dach saniert ist, dann muss man Geld zusammenbekommen, alles organisieren, sich gegen Mitbewerber durchsetzen. Das geht nur, wenn man einen Mehrwert kreiert. Wir werfen den Charme der Genossenschaftsidee in die Waagschale.

Was bedeutet die Gesetzesänderung zur Einspeisevergütung für Solarstrom für die Genossenschaft?

Ringer: Wir mussten sehr schnell reagieren. Wir haben bei den Projekten mächtig aufs Gaspedal gedrückt, um größere Auswirkungen verhindern zu können.

Münscher: Wir sehen mittelfristig kein großes Problem, weil ein Großteil des Stroms gleich in den Gebäuden verbraucht wird, auf deren Dach die Anlagen sind. Im Mai ist es gelungen, 50 Prozent des Stroms, den Förderstufe, Heinrich-Auel-Schule und Großsporthalle verbrauchen, mit der Leistung der Anlage auf dem Förderstufendach abzudecken.

Wie kommt die Genoscolar dem Anspruch ihrer Satzung nach, Bildungsarbeit zum Klimaschutz zu leisten?

Münscher: In jeder Schule, auf der eine Solaranlage ist, hängt ein Display, das Informationen zum Umweltschutz und aktuelle Leistungsdaten liefert. Wir beteiligen uns an Schulveranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür. Ringer: Wir werden an der Entwicklung von Projektbausteinen arbeiten, unter anderem mit dem ökologischen Schullandheim Licherode. Es sollen Angebote entstehen, die Schulen für den Unterricht und für Projektwochen abrufen können.

Was sind die nächsten Schritte?

Münscher: Wir werden die Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den Kommunen der Region verstärken und weitere Anlagen errichten. Die große Baustelle in diesem Jahr ist das pädagogische Konzept.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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