Bindeglied zwischen Rotenburgern und Flüchtlingen

Mittlerin zwischen Welten: Carolin Richardt koordiniert Flüchtlingsarbeit

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Sie freut sich auf den Kontakt zu Rotenburgern und Flüchtlingen: Carolin Richardt soll Bindeglied zwischen beiden Gruppen sein.

Rotenburg/Friedlos. Ihre neue Berufsbezeichnung klingt ein wenig sperrig: Carolin Richardt ist seit 1. Dezember Koordinatorin für Flüchtlings- und Gemeinwesenarbeit in Rotenburg. Ihr Arbeitgeber ist die Stadt, finanziert wird ihre Stelle durch ein Landesprogramm.

Am Dienstag stellte sich Richardt beim Bürgerforum in Rotenburg vor. Ihre Aufgabe ist es, ein Bindeglied zwischen der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Alheimer-Kaserne und den Rotenburger Bürgern zu sein. „Mir geht es um Öffentlichkeitsarbeit und Begegnungen“, wird sie selbst sehr konkret. Zum einen will sie die Bürger auf dem Laufenden halten über die Entwicklungen in der Flüchtlingsunterkunft. Zum anderen will sie Ansprechpartnerin für die Rotenburger sein, sich mit deren Ängsten und Problemen in Bezug auf die Flüchtlinge befassen, aber auch Hilfsangebote kanalisieren und an die richtigen Stellen weiterleiten.

Mit dem Thema Migration hatte sie sich schon schwerpunktmäßig im Studium befasst. Und auch als Schulsozialarbeiterin war sie immer wieder mit dem Thema Flüchtlinge konfrontiert. Sie wirkte im Präventionsrat der Stadt mit und erlebte somit die Entwicklung der Flüchtlingsthematik von Beginn an mit.

„Als die Stelle der Koordinatorin ausgeschrieben wurde, war mir klar: Das muss ein Zeichen sein“, sagt sie, die sich auch schon privat mit der Situation in Entwicklungsländern auseinandergesetzt hat.

Arbeit in Namibia

Allein dreimal war sie in Namibia – zunächst für ein Praktikum bei Nichtregierungsorganisationen, dann noch zweimal, um die dort geknüpften Kontakte zu pflegen und zum Beispiel in einem Waisenhaus sowie bei der Aufklärung in den Bereichen Aids und Korruption zu helfen. „Soziales Engagement habe ich immer mit Herzblut betrieben“, sagt sie und hatte sich auch deshalb um die Stelle beworben.

Wie ihre Arbeit konkret aussehen wird, ob sie etwa tatsächlich Zeit hat, den Menschen auch auf der Straße zu begegnen und mit ihnen zu sprechen, muss sich erst noch zeigen. Ihr offizieller Arbeitsplatz ist in einem Büro im Obergeschoss des alten Rathauses. Dort arbeitet auch der Leiter der Stabsstelle Verwaltungssteuerung und Controlling, Thorsten de Weerd, der sie bei Verwaltungsfragen unterstützt und bei Fragen der Bürger einspringt, wenn Carolin Richardt mal nicht am Platz ist. Kontakt: Carolin Richardt, Telefon 0 66 23/93 31 66, E-Mail carolin.richardt@rotenburg.de

Von Silke Schäfer-Marg

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