Harmonische Zusammenarbeit

„Cabaret"-Star: Festspieler Rasmus Borkowski im Porträt

Star unter Stars: Rasmus Borkowski spielt bei den Bad Hersfelder Festspielen im Musical „Cabaret“ die männliche Hauptrolle des Cliff Bradshaw. Es ist schon sein drittes Engagement beim Theater in der Stiftsruine. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Wenn Rasmus Borkowski davon spricht, dass er sich in Bad Hersfeld „wie zuhause" fühle, dann ist das nicht geflunkert.

Der Schauspieler und Sänger, der dieses Jahr bei den Festspielen im Musical „Cabaret“ die männliche Hauptrolle des Cliff Bradshaw übernommen hat, fühlt sich in der Stadt pudelwohl. Borkowski wohnt ganz zentral, denn „ich will die Atmosphäre miterleben."

Man kennt sich

Die war ihm bisher durchweg freundlich gesinnt. Das Festspielpublikum mochte und feierte ihn vor drei Jahren in „Sunset Boulevard“, dann in „Anatevka“ und jetzt wieder bei der Matinee-Veranstaltung unserer Zeitung. Und als er sich im Café einen Latte Macchiato bestellt, entspinnt sich sogleich ein vertrauter Small-Talk mit dem Wirt. Man kennt sich und ist einander sympathisch.

Vertrautheit - die findet Rasmus Borkowski bei den Festspielen auch auf der Bühne. Mit Regisseur Gil Mehmert, Helen Schneider und Helmut Baumann sind drei Köpfe aus der „Sunset Boulevard“-Inszenierung auch bei „Cabaret“ mit von der Partie.

„Vertrauen zu haben ist wichtig“, sagt Borkowski, der sich sicher ist, bei Gil Mehmert „hundertprozentig“ gut aufgehoben zu sein - gerade wenn einander widersprechende Ideen und Gedanken diskutiert werden müssen. „Es ist immer die Chemie“, beschreibt Borkowski die Probenarbeit und fügt hinzu: „Es geht dabei nicht nur um Qualitäten, sondern auch um das Interesse aneinander“.

Das scheint beim „Cabaret“-Ensemble zu stimmen, denn Borkowski spricht von „sehr harmonischer Zusammenarbeit“ und ist überzeugt davon, „dass wir eine gute Produktion auf die Bühne bringen.“

Dafür oder dagegen

Das liegt seiner Ansicht nach auch an der Vorlage („Gut geschrieben, toll übersetzt“). Denn es sei immer leichter, in guten Stücken zu spielen als in schlechten, spricht Borkowski aus Erfahrung.

Er macht dies beispielsweise daran fest, dass es in „Cabaret“ für fast alle handelnden Figuren um Entscheidungen gehe. „Sie müssen für oder gegen etwas sein. Da findet dann eine Entwicklung statt“, sagt Borkowski. So findet er es spannend zu sehen, wie der oder die Einzelne mit den politischen Geschehnissen im Berlin der Dreißiger Jahre umgeht.

Für seine Rolle als Cliff gelte das in besonderem Maße: „Er ist zunächst nur Beobachter, nimmt aber nach und nach eine Haltung an.“

Für Rasmus Borkowski bedeutet Probenarbeit auch eine absolute Fokussierung: Weder vom Wirbel um den Intendantenwechsel noch vom Trubel rund um die Festspieleröffnung am vergangenen Samstag hat er viel mitbekommen. „Das kenne ich alles nur aus den Erzählungen anderer.“

Von Karl Schönholtz

Mehr von Rasmus Borkowski erfahren sie in der Samstagsausgabe der Rotenburg-Bebraer Allgemeinen.

Quelle: HNA

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