Transportfirmen im Kreis haben keine Nachwuchssorgen

Busunternehmen stehen zu Tarifbindung

Hersfeld-Rotenburg. Die Personalprobleme, die manch hessisches Busunternehmen plagen, sind den Firmen in Hersfeld-Rotenburg fremd. Große wie kleine Anbieter im Nahverkehr bekennen sich zum Tariflohn und haben derzeit noch keine Nachwuchssorgen.

Das unterscheidet die Lage in Waldhessen vom Rhein-Main-Gebiet. Busunternehmen in Wiesbaden haben inzwischen sogar Werbekampagnen aufgelegt, um neue Fahrer zu finden. Hohe Verantwortung, anstrengender Schichtdienst und Löhne teilweise unter Tarifniveau sorgen für häufige Personalwechsel, berichtet Holger Elze von der Wiesbadener Verkehrsgesellschaft Eswe.

In Hersfeld-Rotenburg sieht die Lage entspannter aus. Keine Nachwuchssorgen hat die Überlandwerk Fulda AG (Üwag), die 15 Buslinien im Kreis betreibt, darunter die Stadtbusse in Bad Hersfeld. Das Unternehmen sei mit der Zahl der Bewerber zufrieden. Sprecher Stefan Auth führt das auf ein gutes Image des Unternehmens in der Region zurück. Die Üwag zahle ihren 52 Fahrern im Landkreis den vereinbarten Tariflohn des privaten Omnibusgewerbes.

Das hält auch die Verkehrsgesellschaft Mittelhessen (VM) so. Etwa elf Euro Stundenlohn erhalten die 16 Fahrer auf 15 Linien und einem Anruf-Sammel-Taxi. Obwohl das Unternehmen nach Tarif (etwa elf Euro Stundenlohn plus Zuschläge für Überstunden und Nachtdienst) zahle, sei der Beruf nicht ausreichend attraktiv, sagt Sprecherin Gabriela Schlifka.

Christian Wiesemann von Alheimer Reisen in Rotenburg prophezeit auch für Nord- und Osthessen einen erheblichen Personalmangel in fünf Jahren: Wenige seien bereit, die anstrengende Arbeit mit unangenehmen Arbeitszeiten zu machen, die aber gut bezahlt werde. Auch das kleine Unternehmen mit fünf festangestellten Busfahrern zahlt nach Tarif: „Wie sich das gehört“, sagt Wiesemann.

Hintergrund, Zum Tage

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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