Bunte Show, spitze Witze

Obersuhler Carneval Verein brachte das Publikum zum Toben

Der Klassiker: Das OCV-Hofballett präsentierte Karnevalstänze und demonstrierte dabei, dass Tanz auch Hochleistungssport ist. Fotos:  Meyer

Obersuhl. Die närrische Saison in der Region ist eröffnet, und die Mitstreiter des Obersuhler Carneval Vereins haben mit einer super Show für einen würdigen Auftakt gesorgt. Im knackvollen Bürgerhaus ging es hoch her.

Wenn Obersuhl Karneval feiert, dann ist der Ehrgeiz groß, eine fantastische Prunksitzung zu präsentieren, oder, wie Sitzungspräsident Andreas Schneider auf englisch sagen würde, das beste Programm „ever, ever, ever“. Am Samstag ist das mal wieder gelungen, und die vielen Akteure des Obersuhler Carneval Vereins (OCV) feierten mit ihrem Publikum zusamen ein langes und rauschendes Fest, das beides war: traditionell und ganz modern.

Originell und aufwendig sind die Kostüme, genauso die Choreografien der Tänze, humorvoll die Büttenreden. Für die Pipi Langstrumpfs des Kinderballetts ist Platz im Obersuhler Karneval, für Beine-werfende Gardetänzerinnen sowieso, für OCV-Jugendballetttänzerinnen unter lässigen Michael-Jackson-Hüten, für energischen Zumbatanz und sogar für sich auf dem Boden windende Breakdancer. Effektvoll und mitreißend ist der laute Auftritt der jungen Boombreakers, die wild trommeln und die E-Gitarre heulen lassen. Jeder Beteiligte wird mit Namen vorgestellt und darf die Bühne ganz sicher erst nach mindestens einer Zugabe verlassen.

Stimmgewaltig präsentiert sich das Trio Nestbeschmutzer, das nach elf Jahren Karneval seinen Abschied feiert und sich deshalb immer wieder ins Programm mogeln darf. Inbrünstig tragen sie, melodielos und umjubelt, das Schmählied gegen die Nachbarn aus Bosserode vor, bevor sie schonungslos das eigene Dorf in die Pflicht nehmen: Verschuldung und die missliche Lage der Gemeinde ohne Bürgermeister lassen düstere Zukunftsaussichten aufkommen, aber, so predigt Uwe Becker als martialischer Priester: „Ich glaube an die Wiederauferstehung Wildecks.“

Ihren großen Aufritt haben nach der Pause die Fanfarenspieler, spielen in atemberaubenden Tempo, bis ihnen der Schweiß läuft, und reißen das Publikum von den Stühlen, das während des zweiten Teils immer wieder aufstehen wird, um zu tanzen und zu jubeln. Das Duo Rümpelkammer beklagt sich über den Blitzer an einer Richelsdorfer Straße, wo man so langsam fahren muss, dass man den Berg fast wieder rückwärts herunterrollt. Die Männer vom St(r)ammtisch trinken auf der Bühne um die Wette.

Prunksitzung des Carnevalvereins in Obersuhl

An Tagen wie diesen...

In knallbunten Hippiekleidern tanzen die Frau gewordenen Herren des Männerballetts gegeneinander an. Verführerisch tanzen die jungen Frauen des Hofballetts in Korsage, bevor die vier Männer von den Rhädenspatzen Stimmungslieder anstimmen und mit dem Publikum singen: „An Tagen wie diesen - wünscht man sich Unendlichkeit.“

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

Kommentare