Bürgerversammlung: Vier Stunden lang wurde informiert und diskutiert

Gespannte Aufmerksamkeit: Im vollbesetzten Audimax des Studienzentrums lauschten die Besucher der Bürgerversammlung den Ausführungen von Baudirektor Peter Wöbbeking.

Rotenburg. Die Lispenhäuser und auch Zuhörer aus Rotenburg und Bebra hatten Sitzfleisch: Fast vier Stunden dauerte die Bürgerversammlung zur Ortsumgehung Lispenhausen. Geballte Information prasselte auf die etwa 300 Frauen und Männer ein. Am Ende die Bestätigung: Die Ortsumgehung kommt wie geplant - oder eben gar nicht.

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Daran änderten auch die fast schon verzweifelten Versuche der Umgehungsgegner nichts, doch noch ein Umschwenken auf eine andere Lösung, sei es Tunnel oder zumindest eine Trog-Unterführung von der Bundesstraße 83 in die Fuldaaue, zu erreichen.

Baudirektor Peter Wöbbeking von Hessen mobil hatte schon zu Beginn klargemacht, dass alle möglichen Varianten geprüft worden waren. Fazit der Planer: Unter Berücksichtigung der Umweltbelastung, des Hochwasserschutzes und des Kosten-Nutzen-Verhältnisses wird die Umgehung mit zwei Brückenbauwerken über die Bahn weiter geplant.

Dass das letzte Wort zur Umgehung nicht gesprochen ist, kündigte die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Hochwasserschutz, Elfriede Huth, energisch an: „Wir werden uns zur Wehr setzen“, sagte sie unter Applaus.

Stadtverordnetenvorsteher Klaus Troch, quasi Gastgeber der Veranstaltung, erläuterte denn auch: „Nichts ist beschlossen und verkündet, die Bürger können ihren Einfluss noch geltend machen.“ Er reagierte damit auf eine Frage des jungen Lispenhäusers Simon Wunike, warum denn die Bürger nicht gefragt würden, ob sie die Umgehung wollen. Troch betonte noch einmal, dass der Wunsch nach der Umgehung seit Jahrzehnten erklärter politischer Wille der demokratisch gewählten Vertreter gewesen ist.

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Peter Wöbbeking hatte in seinem Vortrag ebenfalls erklärt, dass es während des Planungsverfahrens bis zu einem möglichen Baubeginn eine Reihe von Mitwirkungsmöglichkeiten bis hin zur Klage vor dem Verwaltungsgericht gebe.

Diskutiert wurde fast alles: von der Höhe des Bauwerks (im Brückenbereich mit Schallschutz 14 Meter) bis zum Fußweg in die Fuldaaue. Die vielen Detailfragen brachten Ulrike Grau am Ende der Veranstaltung auf die Palme. Sie wohnt seit 25 Jahren an der Ortsdurchfahrt und spürt täglich die Belastungen durch Lärm und Schmutz. „Ihr fragt, ob Ihr noch mit dem Hund in die Fuldaaue laufen könnt. Was sind das für Probleme? Ihr könnt ja einfach mal bei uns übernachten, damit Ihr seht, wie das ist.“

Wir werden im Laufe des Tages weiter berichten.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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