Bürgermeisterwahl: Was die Plakatwerbung uns sagt

Alexander Bestvater

Bebra. An vielen Straßen in Bebra schauen die Bürgermeister-Kandidaten Thorsten Bloß, Volkmar Hanf und Christina Kindler ihren möglichen Wählern mit einem Lächeln entgegen. Plakate von dem parteilosen Uwe Hassl sind nicht zu finden. Er schaltet ausschließlich Anzeigen und setzt auf Präsenz im Internet.

„Wer Plakatwerbung macht, hält sich im Gedächtnis“, sagt Alexander Bestvater. Er ist Geschäftsführer einer Heinebacher Werbeagentur. Schon beim ersten Blick auf das Plakat des CDU-Kandidaten Bloß, ist Bestvater die Ähnlichkeit zur Wahl-Kampagne für den Bundestag aufgefallen. „Damit profitiert er auch vom Wahlkampf der anderen“, sagt der 32-Jährige. Der Fokus bei den Plakaten von Bloß liegt auf seinem Gesicht und seinem Nachnamen. „Das sind die Dinge, die sich einprägen sollen“, sagt Bestvater.

Bebra im Blick

Dass Bloß etwas seitlich von dem Plakat lächelt, sei vermutlich kein Zufall. „Das beinhaltet als Nebenaussage: Er stellt sich nicht selbst in den Mittelpunkt“, sagt der Experte für Werbung und Marketing. Gepaart mit der Aussage „Bebra im Herzen“ soll gezeigt werden: Das ist einer, der nicht sich selbst, sondern die Stadt in den Fokus stellt. Die abgerundeten Ecken und der orangefarbene Farbverlauf wirken freundlich und modern auf Bestvater.

Auch die Plakate von Volkmar Hanf sind in der Farbe Orange gehalten. Neben einem Bild seines Kopfes hat der Kandidat der Wählergruppe Gemeinsam für Bebra sich die Stichworte Familie, Wirtschaft und Bürgerbeteiligung auf die Fahne geschrieben. „Damit sagt er als einziger Kandidat, was er inhaltlich will“, stellt Bestvater fest. Auch wenn das nur in sehr kurzer Form passiere.

Mit dem Slogan „Frischer Wind für Bebra“ wirbt Christina Kindler von der SPD auf ihren Plakaten. „Der Spruch fällt allerdings erst beim dritten Mal Hinsehen auf“, findet Bestvater. Dafür steht ihr Gesicht im Zentrum des Plakates.

Durch den grau gehaltenen Hintergrund lenkt nichts von ihrer Person ab. Aus der Sicht von Bestvater eine gute Art, für sich zu werben: „Am Ende wählen viele den Kandidaten, bei dem sie das Gefühl haben, der steht mir am nächsten.“

Ganz ohne Plakat-Werbung präsentiert sich der parteilose Uwe Hassl. „Er muss starke Aussagen treffen, um im Gespräch zu bleiben“, sagt Bestvater. Nur so funktioniere Werbung im Internet und sozialen Netzwerken.

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Von Verena Koch

Quelle: HNA

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