Bürgermeister wollen Unterschriften für Kaserne nach Berlin bringen

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Kämpfen für die Kaserne: die Bürgermeister Christian Grunwald (Rotenburg) und Georg Lüdtke (Alheim).

Rotenburg/Alheim. Die Bürgermeister von Rotenburg und Alheim verlangen eine Erklärung, warum die Schließung der Alheimer-Kaserne nicht noch einmal geprüft wird.

Das gebiete der Respekt vor den vielen Menschen, die sich für ihren Erhalt eingesetzt haben, teilen Christian Grunwald (CDU) und Georg Lüdtke (SPD) mit.

„Zumindest erwarten wir zusammen mit den vielen Menschen in der Region, dass man unsere vielen Stimmen ernst nimmt und mit uns spricht“, sagt Lüdtke. Rund tausend Teilnehmer einer Kundgebung hatten am 7. Februar für den Erhalt des Bundeswehrstandorts protestiert. Seither haben sich 2994 Menschen in ausliegende Unterschriftenlisten eingetragen. An einer Online-Petition haben sich bis gestern Nachmittag 2290 Menschen beteiligt, darunter 1774 aus dem Kreis.

Diese Unterschriften wollen Grunwald und Lüdtke nun an das Verteidigungsministerium übergeben. Sie bemühen sich um ein persönliches Gespräch in Berlin und fordern auch, dass der von Staatsminister Michael Roth angeregte Runde Tisch mit Ministeriumsvertretern noch zustande kommt. „In vielen Gesprächen haben wir den Eindruck gewonnen, dass es den Menschen nicht mehr allein um die Alheimer-Kaserne an sich, sondern vor allem um die enorme Steuerverschwendung geht“, sagt Grunwald.

Die Kaserne ist seit 2007 für mehr als 40 Millionen Euro saniert worden, wird aber Ende 2015 geschlossen. Andere Bundeswehrstandorte bleiben hingegen erhalten, obwohl ihre maroden Unterkünfte erst noch teuer saniert werden müssen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat in der vergangenen Woche mehrere Entscheidungen des umstrittenen Stationierungskonzepts ihres Vorgängers Thomas de Maizière zurückgenommen. An der Schließung der Alheimer-Kaserne hält sie aber fest (wir berichteten).

Kritik an knapper Antwort 

Entsprechende Informationen unserer Zeitung hatte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums lediglich kurz bestätigt: Es gebe keinen neuen Sachstand, die Entscheidung stehe. In der Politik fahre man nicht gut damit, dass man so deutlich vorgetragene Belange der Bürger mit Standard-Dreizeilern aus der Verwaltung beantworte, kommentieren Lüdtke und Grunwald.

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Quelle: HNA

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