32.000 Einwendungen

Bürgermeister warnen: Windkraft bedroht Wald

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Sie befürchten, dass Fakten geschaffen werden sollen: Die Bürgermeister von Nentershausen, Wildeck und Ronshausen Ralf Hilmes, Alexander Wirth und Markus Becker (von links) warnen vor der Zerstörung des Waldes im Umfeld der Gemeinden.

Wildeck/Nentershausen/Ronshausen. Fehlende Transparenz in Bezug auf Windkraftprojekte kritisieren die Bürgermeister von Wildeck, Ronshausen und Nentershausen.

Es geht ihnen um Flächen, die alle drei Kommunen betreffen und die 50 Quadratkilometer unzerschnittenes Waldgebiet umfassen. Sie fordern, die Gebiete aus dem Entwurf des Teilregionalplans Energie zu streichen.

32.000 Einwendungen prüfen

Es geht um die so genannten Flächen HEF 15 (östlich Auerhahnsberg) und HEF 17 (westlich Stubbachshöhe). Weil der Teilregionalplan noch immer nicht verabschiedet ist - es gilt unter anderem, 32.000 Einwendungen zu prüfen - befürchten Alexander Wirth, Markus Becker und Ralf Hilmes, dass seitens der Windkraftprojektierer Tatsachen geschaffen werden sollen. Solange es den regulierenden Regionalplan nicht gibt, können Windkraftanlagen nach dem Baurecht für privilegierte Außenanlagen beantragt und genehmigt werden.

"Waldgebiet einmalig"

Das Waldgebiet sei in seiner Größe und Geschlossenheit einmalig im Kreis, sagt Wildecks Bürgermeister Wirth. Es durch den Bau von Windkraftanlagen zu zerschneiden, sei schon aus naturschutzrechtlicher Sicht fragwürdig - auch mit Blick auf das nahe gelegene Naturschutzgebiet Rhäden, das wichtiger Rastplatz für Zugvögel ist. Auch das „grüne Band“, das sich nach der Grenzöffnung zum Biotop entwickelt hat, wäre durch den Bau von über 200 Meter hohen Anlagen mit entsprechenden Zuwegungen und Fundamenten beeinträchtigt.

Wirtschaftliche Folgen befürchtet

Wirtschaftliche Folgen befürchten die Bürgermeister ebenfalls. „In Nordhessen wurden in der Vergangenheit Behörden und Dienstleistungszentren abgezogen. Jetzt soll das Pfund, mit dem wir noch wuchern können, der Tourismus, auch noch beeinträchtigt werden“, sagt Nentershausens Bürgermeister Hilmes. Sein Ronshäuser Amtskollege Becker glaubt: „Dann ist das Feriendorf Machtlos tot.“

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Quelle: HNA

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