Rotenburg startet Bürgerbeteiligung zu nötigen Einsparungen

Hersfeld-Rotenburg. Die Stadt Rotenburg geht als erste Kommune im Landkreis Hersfeld-Rotenburg einen neuen Weg zur Schuldenbremse. Bürgermeister Christian Grunwald (CDU) hat eine Bürgerbeteiligung zur Konsolidierung des städtischen Haushalts gestartet.

Die Einwohner Rotenburgs sollen konkrete Vorschläge machen, wo und wie gespart werden muss. Dazu gehört auch, dass jeder Bürger weiß, wie ernst die Lage ist. Deshalb legte der Verwaltungschef bei einer Bürgerinformation die Karten auf den Tisch. Auch im Internet kann jetzt jeder nachlesen, wie es um die aktuelle Finanzlage der Fuldastadt bestellt ist.

Rotenburg ist zusammen mit Ronshausen, Nentershausen, Cornberg, Kirchheim und Hohenroda eine der sechs Kommunen im Kreis mit überdurchschnittlich schlechter Haushaltslage, die unter den geplanten kommunalen Schutzschirm Hessen schlüpfen dürfen.

Bei den Schulden liegt Rotenburg unter diesen Kommunen weit an der Spitze. Ende 2012 wird die Stadt laut Etatplan mit 37,2 Millionen Euro in der Kreide stehen. Wird nicht kräftig auf die Schuldenbremse getreten, würde die Stadt Ende 2015 einen Schuldenberg von 48,5 Millionen Euro angehäuft haben.

Derzeit nimmt Rotenburg 30 Millionen Euro kurzfristige Kassendarlehen in Anspruch; der günstigste Zinssatz beträgt 0,41 Prozent. Die Zinsen dürften aber in Zukunft deutlich steigen. Das würde für die Fuldastadt den finanziellen Ruin bedeuten, wenn es nicht gelingt, die Schulden zu reduzieren.

Schlüpft Rotenburg unter den Schutzschirm, würde das Land Hessen elf Millionen Euro städtische Schulden übernehmen. Die Stadt hätte zudem jedes Jahr 190.000 Euro Zinsersparnis. Die Entscheidung darüber ist noch nicht getroffen. Ob mit oder ohne Schutzschirm: Die Stadt müsse sparen, sagt Grunwald.

Quelle: HNA

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