Zubra-Projekt Windkraft: Naturschütezr warnen vor Partnersuche

Auf vielen Bergrücken sind Windräder geplant. Diese Montage zeigt Pläne im Gemeindedreieck Friedewald, Heringen und Wildeck, vorn ist Hönebach. Foto: Archiv

Rotenburg/Bebra/Alheim. Pläne der Zubra-Kommunen Bebra, Rotenburg und Alheim, gemeinsam mit einem Partner Flächen für Windkraftanlagen zu entwickeln, stoßen bei Naturschützern auf Ablehnung.

Karl-Heinz Both von der Naturkundlichen Gesellschaft Mittleres Fuldatal und Dieter Gothe vom Naturschutzbund Solz befürchten, dass die Bürger der Region keine Einflussmöglichkeit mehr haben, sollte ein Investor mit der Planung beauftragt werden.

„Anzahl und Höhe der Anlagen in den festzulegenden Vorranggebieten für Windkraft können die Mandatsträger nicht bestimmen. Hier hat der Investor freien Handlungsspielraum“, erklärte Both.

Die drei Kommunen wollen in ihren nächsten Gemeindevertretersitzungen darüber entscheiden, ob sie gemeinsam nach einem Partner für die Planung suchen wollen und haben dazu auch gemeinsam Vorgaben entwickelt. Die Rotenburger Stadtverordneten befassen sich schon am heutigen Dienstag mit dem Thema. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

Zehn Flächen möglich

Etwa zehn Flächen könnten im Zubra-Gebiet für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Wo sie liegen, steht noch nicht genau fest, sie müssen im Planungsverlauf noch untersucht werden. Im Gespräch sind zum Beispiel Teile der Franzosenstraße, die von der Dankeröder Höhe bis Bebra verläuft, der Bereich Tannengarten westlich von Blankenheim oder der Truppenübungsplatz an der Alheimer Kaserne.

Karl-Heinz Both befürchtet, dass auch Flächen zur Verfügung gestellt werden könnten, in denen die Windgeschwindigkeit weniger als 5,75 Meter pro Sekunde in 140 Metern Höhe beträgt. Dieses Maß gilt allerdings als Mindestmaß für den wirtschaftlichen Betrieb von Windkraftanlagen.

Dieter Gothe vom Nabu sieht weder den Naturschutz noch das Thema Landschaftsplanung ausreichend beleuchtet. Er warnt: Wenn rundherum Windkraftanlagen gebaut würden, entstünden nicht ausgleichbare materielle Schäden für Tourismus, Rehaeinrichtungen und Eigenheimbesitzer. Wenn man von überall auf die drehenden und nachts beleuchteten Giganten schauen müsse, könne man keine Eigenheime zu einem vertretbaren Preis verkaufen.

Dass Kommunen durch die Windkraftanlagen Einnahmen erwarten können, bezweifelt Gothe. Steuereinnahmen hingen von Windaufkommen, windstarken Jahren und den Betreibern ab.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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