Risse in Häusern - Bürger kritisieren geplante Ausweitung des Kiesabbaus

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Seit vielen Jahren wird zwischen Obersuhl und Untersuhl Kies abgebaut: Das Foto zeigt den Kiesabbau am südöstlichen Rand von Obersuhl. Dieses Gebiet der Obersuhler Mulde ist weitgehend ausgekiest, die Arbeiten wurden eingestellt.

Obersuhl/Untersuhl. Die Wildecker Kieswerke wollen ihr Abbaugebiet in der Gemarkung Untersuhl in Richtung Obersuhl ausweiten. Das Abbaugebiet würde damit zwischen 30 und 70 Meter näher an die östliche Seite des Obersuhler Wohngebiets heranrücken.

Das Wohngebiet wäre dann nur noch etwa 100 Meter entfernt. Zur Kläranlage der Gemeinde wäre der Abstand sogar nur noch 30 Meter.

Dagegen formiert sich Widerstand. Bürger sehen den Kiesabbau als Ursache unter anderem für Risse an ihren Häusern an, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Das wurde bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung deutlich, als Vertreter der Kieswerke ihre Pläne vorstellten. An der Sitzung nahmen auch 50 Besucher aus Wildeck teil.

Einer der betroffenen Bürger erklärte, dass es durch die ständigen Schwankungen des Grundwassers zu den Rissen komme. Im schlimmsten Fall bestehe die Gefahr, dass durch die Verschiebungen Gasleitungen zerstört würden und es zu Explosionen komme. Auch Brunnen seien vertrocknet.

Die Firmenvertreter zeigten sich von der Kritik völlig überrascht. „Bislang ist uns von Rissen in Häusern nichts bekannt“, erklärte Dr. Gerhard Rösing vom Gerstunger Umwelt- und Ingenieurbüro. Die Firmenvertreter sehen keinen Zusammenhang zwischen den baulichen Schäden und dem Kiesabbau. „Der Kieskörper ist fest“, betonte Dr. Rösing.

„Wir nehmen diese Informationen aber sehr ernst und werden dem nachgehen“, versicherte der Geschäftsführer der Kieswerke, Berndt Hühne.

Nach einer zum Teil scharf geführten Debatte, einigten sich Anwohner und Firmenvertreter auf ein Treffen, bei dem die Schäden in Augenschein genommen werden. Die Gemeindevertretung Wildeck tagt wieder am Donnerstag, 30. Januar, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Thüringer Hof in Richelsdorf. Ihr liegt eine Stellungnahme der Gemeinde vor, die Bauamtsleiter Wilfried Kleinerüschkamp verfasst hat. „In diese Stellungnahme fließen die Kritik der Bürger aus den vergangenen Jahren und die Erfahrungen der Gemeinde beim Bau der Kläranlage ein“, erklärte der Bauamtsleiter auf Anfrage unserer Zeitung. Die Gründung in der Erde sei damals sehr aufwändig gewesen wegen der schwierigen Boden- und Grundwasserverhältnisse. In ganz Obersuhl seien die Bodenverhältnisse schwierig. „Deshalb setzt sich auch die Gemeinde dafür ein, das Genehmigungsverfahren für eine Erweiterung des Kiesabbaus kritisch zu begleiten“, sagte Kleinerüschkamp.

Nach der Vorstellung der Pläne und der Diskussion empfahl der Ortsbeirat dem Parlament einstimmig, der Stellungnahme zuzustimmen.

Den genauen Inhalt der Stellungnahme finden Sie in unserer gedruckten Mittwochausgabe.

Quelle: HNA

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