Nadelöhr sorgt bei Regen für schwere Schäden in Kellern

Nadelöhr: An dieser Stelle im Wiesenweg trifft das Kanalrohr mit dem großen Durchmesser auf das kleinere Rohr. Foto: Feuerwehr/nh

Hönebach. Wenn starker Regen gemeldet ist, herrscht im Wiesenweg in Hönebach Alarmstimmung: Der Kanal kann die Wassermassen nicht fassen und drückt das Wasser durch die Hausanschlüsse in die Häuser.

Zwei mal innerhalb kurzer Zeit hat es die Anwohner im Wiesenweg jetzt im Juni schon erwischt. Die Feuerwehr des Wildecker Ortsteils musste anrücken und Wasser aus Kellern und Garagen pumpen.

Überall, wo das Wasser eigentlich hineinfließen sollte, wird es herausgedrückt. „Es kommt aus den Siphons, Spülbecken, Duschen und Toiletten“, berichtet Georg Mohr, einer der betroffenen Anwohner. Das Wasser steht bis zu fünf Zentimeter in den Kellern. Dort und in den Garagen richtet es dann erhebliche Schäden an. Der braune Schlamm verteilt sich überall. „Eine riesige Sauerei bleibt zurück.“

„Schränke und anderes Mobiliar, das im Keller stand, ist nur noch Schrott“, erzählt Mohr. Auch Teppiche musste er entsorgen. Fußböden müssen erneuert werden. Überall sind die Wände feucht, der Putz bröckelt ab. Fünf Häuser am Wiesenweg sind nach seinen Angaben betroffen.

„35 Jahre lang hatten wir nie einen Tropfen Wasser vom Kanal auf unserem Grundstück“, sagt Mohr.

Die Anwohner sind sich sicher, die Ursache des Problems zu kennen: Durch die jüngsten Sanierungsarbeiten wurde der Kanal zum Nadelöhr. In dem Bereich, wo er auf den Wiesenweg trifft, verringert sich der Kanaldurchmesser von einem Meter auf 90 Zentimeter. Vor dem Haus der Familie Möller mündet der Kanal in den alten Kanal, der nur 60 Zentimeter Durchmesser hat - an dieser Stelle war die Kanalsanierung abgebrochen worden.

„Seit kurzem fließt auch das Abwasser der neuen Straßenmeisterei durch den Kanal in den Wiesenweg“, berichtet der 58-Jährige, der als technischer Zeichner bei B.Braun arbeitet. Für die Anwohner ist das alles außerdem ein finanzielles Problem. Wer nicht ausreichend versichert ist, muss selbst zahlen.

Die Anwohner fordern von der Gemeinde, den Kanal so schnell wie möglich mindestens bis zum Ende des Wiesenweges zu erneuern und zu vergrößern. „Wir bezahlen ja schließlich auch Abwassergebühren, damit das Wasser abgeleitet wird.“

Zum Teil haben die Anwohner bereits Rückschlagsperren eingebaut, die verhindern sollen, dass Wasser aus dem Kanal ins Haus gedrückt wird. Aber das löst nicht alle Probleme, zum Beispiel die Frage, wo das viele Wasser aus den Dachrinnen hinfließen soll. Bei Starkregen hängt Mohr die Dachrinnen aus und lässt das Wasser aufs Grundstück fließen.

So verärgert Georg Mohr auch ist, eins ist ihm klar: „Das hier bei uns sind Kleinigkeiten im Vergleich zum Elbehochwasser. Die Leute, die das mitmachen müssen, sind wirklich arm dran.“

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Von René Dupont

Quelle: HNA

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