Buche erobert sich Waldhessen zurück

Hersfeld-Rotenburg. Der Wald in Waldhessen befindet sich im Umbruch. Seit einigen Jahren ist die Buche wieder auf dem Vormarsch und erobert sich den Lebensraum zurück, den sie historisch in der Region hatte. Dafür befinden sich Fichte und Kiefer auf dem Rückzug.

Das ist das Ergebnis einer Waldinventur auf dem Gebiet des Forstamtes Rotenburg, der Forsteinrichtung. Sie ist laut Forstdirektor Jochen Pistor für das ganze Kreisgebiet repräsentativ.

Aktuell hat die Buche einen Flächenanteil von 33 Prozent - ein Anstieg um fünf Prozentpunkte in zehn Jahren. Damit ist die Buche in Waldhessen wieder der häufigste Baum, denn zugleich ist der Anteil der Fichte auf 30 Prozent (mit Douglasie) gesunken. Ähnlich sieht es bei Kiefer und Lärche (31 Prozent) aus.

Diese deutliche Veränderung hat laut Pistor nichts mit dem Klimawandel zu tun, sondern ist die Folge einer Erholung des Waldbodens. Grund dafür sei ein Rückgang der Belastung durch Schwefeloxide (Stichwort: Saurer Regen), aber auch ein geändertes Verhalten des Menschen. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde regelmäßig die oberste Waldschicht abgetragen und als Dünger verwendet. Das habe dem Wald wichtige Nährstoffe entzogen. Inzwischen habe sich der Boden aber erholt.

Damit finde die Buche wieder eine bessere Lebensgrundlage vor. Die Kiefer hingegen, die vor 140 Jahren eingeführt wurde, weil sie auf mageren Böden gut gedeiht, kann mit dem starken Laubbaum nicht mithalten. „Das ist ein landesweites Phänomen“, sagt Pistor, „wir haben keine Chance mehr, der Kiefer zu helfen.“

Die Fichte hingegen leidet unter den Folgen der Klimaerwärmung. Bis 2050 wird es in Waldhessen nur noch wenige Stellen geben, die für sie geeignet sind. Deshalb ersetzt Hessen Forst die Fichte zusehends durch die Douglasie. Die nordamerikanische Verwandte erträgt Wassermangel und häufige Stürme besser.

Von Marcus Janz

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Quelle: HNA

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