Vorbereitende Arbeiten der Planungsbehörde Hessen Mobil verzögern sich

Brücke: Noch fehlen Daten

Rotenburg. Für Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald scheint der Fall klar: Die dritte Fuldabrücke, die das Gelände der Alheimer-Kaserne mit der Bundesstraße 83 verbinden soll, muss kommen. „Wir verlassen uns auf das Wort von Ministerpräsident Volker Bouffier, der den Bau zugesagt hat“, erklärte Grunwald gegenüber der HNA. Das Land sei in der Pflicht.

Bis zum Ende des Monats sollte die Planungsbehörde Hessen Mobil Grundlagendaten gesammelt haben, die der Planung zugrunde gelegt werden. Das klappt allerdings nicht: Laut Baudirektor Peter Wöbbeking gibt es eine Verzögerung bis Jahresmitte: Eine Prognose für die Verkehrsnutzung fehlt ebenso wie aktuelle Daten zum Hochwasserschutz. Ein hydraulisches Gutachten für die Fuldaaue wurde vor kurzem erst in Auftrag gegeben – das auch in Zusammenhang mit der Ortsumgehung Lispenhausen.

Knoch: Hinhaltetaktik

Manfred Knoch, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rotenburger Stadtparlament, hatte in einer Pressemitteilung erklärt, dass im Fall der dritten Fuldabrücke außer vollmundigen Erklärungen aus Wiesbaden noch nichts passiert sei. Er betrachtet das Fehlen einer verbindlichen Zusage, dass die Brücke gebaut wird, als Hinhaltetaktik.

Knoch kritisiert auch, dass sich Grunwald in der jüngsten Stadtverordnetensitzung gegen den SPD-Antrag ausgesprochen hatte, erneut in Berlin auf Erhalt der Kaserne zu drängen, obwohl er im November noch für zweigleisiges Vorgehen plädiert hatte – also den Erhalt des Bundeswehrstandortes nicht aus den Augen zu verlieren und die zivile Nutzung vorzubereiten.

Mehrgleisig fahren

Ein großer Widerspruch ist das für den Bürgermeister nicht, sondern eher eine Anpassung an die Realität. „Im Prinzip müssen wir derzeit 20-gleisig fahren“, sagt Grunwald und nennt die Optionen teilweise oder eine komplette zivile Nutzung, eine Nutzung mit dritter Brücke und sogar ohne. Mit der Brücke bekomme man natürlich ein viel breiteres Spektrum zur Vermarktung. Denn die Konversion, die zivile Nutzung bleibt für ihn Ziel.

Bei einer Verkehrsprognose für die Brücke beiße sich die Katze in den Schwanz, meint Grunwald: Man könne heute nicht prognostizieren, welche und wie viele Fahrzeuge die Brücke nutzen werden, wenn man nicht wisse, wie die Kaserne künftig genutzt wird. Das klingt durchaus nach Hängepartie für die, die jetzt handeln müssen.

Für seriöse Verhandlungen – sei es mit Gewerbetreibenden oder Dienstleistern – müsse man klare Aussagen treffen können, sagt Grunwald. Permanent in der Gerüchteküche zu rühren und auch an Vermarktungsmöglichkeiten zu zweifeln, hält er für kontraproduktiv. „Wir brauchen auch die Überzeugung und Grundhaltung, dass wir die Kaserne zivil an den Mann bringen werden.“

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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