Im Bebraer Kindergarten Tabalugaland gibt es für alle Kinder zuckerfreies Frühstück

Brotdose hat ausgedient

Kein Zucker und für alle das Gleiche: Bei den Kindergartenkindern im Tabalugaland hat sich die neue Frühstücksregelung bewährt. Die Mädchen und Jungen greifen mit Appetit zu. Foto: Hefter

Bebra. Die Brotdosen haben bei den Jungen und Mädchen im städtischen Kindergarten Tabalugaland in Bebra ausgedient: Sie bringen kein Frühstück mehr von zu Hause mit. Stattdessen wird im Kindergarten für alle das gleiche Frühstück angerichtet – aus gesunden und vor allem zuckerfreien Lebensmitteln.

Dafür zahlen die Eltern sechs Euro im Monat. Nach Ansicht von Leiterin Rosemarie Grupp hat sich die neue Regelung, die mit Beginn des neuen Kindergartenjahres im September eingeführt wurde, bisher gut bewährt. „Ich denke, wir werden dabei bleiben“, sagt sie. 70 Kinder besuchen zurzeit den Kindergarten.

Früher, berichtet Grupp, gab es immer wieder Probleme: Zwar bekamen alle Kinder von zu Hause etwas zum Essen mit, aber oft nicht das Richtige. Um die Zähne der Drei- bis Sechsjährigen gesund zu erhalten und dem Zahnschmelz Zeit zur Regeneration zu geben, galt im Kindergarten schon seit längerer Zeit die Regel, am Vormittag keinen Zucker zu essen.

In der Praxis habe das aber nur eingeschränkt funktioniert, weil sich nicht alle daran hielten und dem Nachwuchs Gebäckteilchen, Pudding oder Brote mit Nussnougatcreme einpackten. „Die Kinder haben untereinander darauf geachtet. Und wenn einige Süßes dabeihatten, gab es Neid und Streitereien“, erklärt die Kindergartenleiterin: „Damit ist es jetzt vorbei.“

Müsli statt Gebäck

Gefrühstückt wird im Tabalugaland zwischen 8.30 und 10.30 Uhr. Jeden Tag kommt etwas anderes auf den Tisch: Zum Beispiel Müsli zum Selbermischen, Vollkornbrot, Knäckebrot und Brötchen, Kräuterquark, Käse, Eier, rohes Gemüse wie Tomaten, Gurken und Kohlrabi in mundgerechten Happen und gängiges Obst mit Ausnahme von Bananen. Zum Trinken gibt es ungesüßten Tee, Mineralwasser oder Milch für die Kinder.

„Denen schmeckt es“, berichtet Rosemarie Grupp. Einige seien anfangs skeptisch gewesen, inzwischen langten sie nahezu alle mit gutem Appetit zu – auch diejenigen, deren Eltern im Vorfeld befürchteten, dass sie nichts essen würden. Es gab auch schon positive Rückmeldungen von Eltern, die sich darüber freuen, dass der Nachwuchs nun endlich auch Gemüse mag.

Für die Erzieherinnen, die ebenfalls mitessen und ihren Obolus dafür zahlen, bedeutet das Zubereiten zwar mehr Aufwand. „Das ist aber zu schaffen“, sagt die Kindergartenleiterin. Beim Gemüseschnippeln helfen die Vorschulkinder eifrig mit. Es ist ein gutes Training für Feinmotorik und Ausdauer. „Außerdem sind die Kinder stolz auf ihre Arbeit.“ Obst, Gemüse und Brot werden angeliefert, das spart Zeit.

Im Mai vorigen Jahres lief im Tabalugaland eine zweiwöchige Testphase, in der die neue Frühstücksregelung ausprobiert wurde. Außerdem gab es einen Elternnachmittag mit der Paten-Zahnärztin des Kindergartens, Dr. Corinna Holtz.

Von Susanne Hefter

Quelle: HNA

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