Besitzer soll im Ausland leben

Brandruine Neukirchen: Warten auf den Abriss

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Ein schönes Fotomotiv, aber nicht wirklich schön anzusehen: Seit fast vier Jahren besteht die Brandruine in Neukirchen. Das ehemalige Tanzlokal, in der zuletzt eine Pizzeria untergebracht war, war im Oktober 2012 abgebrannt.

Neukirchen. Fast hat man sich schon an den Anblick der Brandruine kurz hinter dem Ortseingang nach Neukirchen gewöhnt. Die Ruine besteht schon fast vier Jahre.

Die erste Abrissgenehmigung ist längst abgelaufen. An einen baldigen Abriss glaubt wohl niemand mehr. Sowohl die Marktgemeinde als auch der Landkreis haben kaum Handhabe, der Besitzer soll sich auch weiterhin im Ausland aufhalten.

Das ehemalige, damals leerstehende Tanzlokal an der Hauptstraße war am 18. Oktober 2012 gegen 4 Uhr ausgebrannt, die Feuerwehr hatte „nur“ noch das Übergreifen auf die Nachbargebäude verhindern können.

Belohnung ausgesetzt

Weil zunächst auch Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden konnte, ermittelte die Polizei. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft und der Versicherung war sogar eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt worden, allerdings ohne entscheidende Erkenntnisse zu bringen.

Der Besitzer der Immobilie scheint weiterhin im Ausland zu weilen. Gerüchten zufolge soll ein Verkauf im Raum stehen.

„Die Abrissgenehmigung ist am 28. Dezember 2015 ausgelaufen, und bisher wurde keine neue beantragt“, teilte Dirk Herrmann, Sprecher des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, jetzt auf Nachfrage mit. Für die Genehmigung ist der Fachdienst Bauordnung zuständig.

Verfallen, unbewohnbar: Der Besitzer der Brandruine soll im Ausland leben.

Es gebe zurzeit aber auch keinen Grund einzuschreiten, so Dirk Herrmann weiter. Von der Ruine gehe keine Gefahr aus, zumal das Grundstück mit einem Bauzaun gesichert sei. Man mache sich jedoch mehrmals im Jahr ein Bild vor Ort.

Beim Kreis sieht man überdies den Besitzer in der Pflicht. Denn ansonsten müsste ein Abriss mit Steuergeld finanziert werden, die Kosten betrügen einer vorsichtigen Schätzung nach sicher rund 20.000 Euro, so Herrmann. Auch Sören Dietz vom Haunetaler Bauamt weist darauf hin, dass die Gemeinde wenig Handlungseinfluss habe. Zuletzt habe es Anfang dieses Jahres einen Vor-Ort-Termin gegeben.

In Kürze werde der Anschluss an das Trinkwassernetz gekappt, um Verunreinigungen des Wassers zu verhindern. Aktiv sei der Anschluss zwar schon seit dem Brand nicht mehr, nun solle aber auch der letzte Schritt getätigt werden.

Quelle: HNA

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