Bonsai-Garten: Schöppners Paradies mit Wasserfall

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Walter Schöppner und seine Frau Elfi mögen Bonsais. Hier zupft der Ronshäuser gerade die neuen Triebe einer Fichte ab, damit das Bäumchen klein bleibt. Nadelgewächse schneidet er nicht mit der Schere, damit es keine braunen Schnittstellen gibt. Fotos: Hefter

Ronshausen. Wer zum ersten Mal einen Blick über den Gartenzaun der Familie Schöppner wirft, schaut mit Sicherheit ein zweites Mal hin und staunt.

Denn der Garten im Ziebach ist liebevoll und aufwendig angelegt, die Bepflanzung des etwa 500 Quadratmeter großen Areals außergewöhnlich: Walter Schöppner mag Bonsai-Bäume. 180 Stück stehen im Garten, Fichten, Ahorn, Kiefern, Zypressen, Birken und andere Bäumchen und Sträucher, zwischen wenigen Zentimetern und einem Meter hoch. Die komplette Anlage ist tipp topp in Schuss. „Unkraut hat bei uns keine Chance“, sagte der 73-Jährige und schmunzelte. Seine Ehefrau Elfi ergänzte: „Der Garten hat uns im Griff. Aber wir machen die Arbeit mit Freude.“

Schöppners Interesse für Bonsai-Bäumchen wurde bei einer Messe in Kassel geweckt, die er Mitte der 1970-er Jahre besuchte. Er kaufte sich damals Samen für Japanische Schwarzkiefern und zog die Pflänzchen in der Schale groß. Die Bäumchen sind inzwischen über 40 Jahre alt und sitzen jetzt im Freiland.

1980 begann Umgestaltung

Früher war der Garten am Elternhaus von Elfi Schöppner ein ganz gewöhnlicher Hausgarten mit Beeten und Obstbäumen. 1980 begann ihr Mann damit, ihn in mehreren Etappen und über Jahre hinweg umzugestalten. Unter anderem erneuerte er die Umzäunung, baute ein Gartenhäuschen und legte einen Gartenteich an. Ein Jahr Arbeit investierte Schöppner allein in den Freisitz: Er mauerte eine Gebirgslandschaft aus Basaltsteinen mit integriertem Wasserfall. Aus löchrigem Kalksandstein entstand eine Alpenlandschaft mit gebirgstypischer Bepflanzung und kleinen Modellhäusern. Echte Hingucker sind auch zwei Kirchenmodelle aus Kalksteinen. Eines ist einer orthodoxen Kirche mit vielen Türmen nachempfunden, beim anderen diente die Obersuhler Kirche als Vorbild. Auch für eine fünfseitige geräumige Grillhütte, ein Gemüsebeet und ein Insektenhotel reichte der Platz auf dem Grundstück noch. Unterstützt wurde Schöppner bei all diesen Arbeiten von seiner Frau Elfi und Sohn Dirk. „Dirk hat schon als Elfjähriger eifrig mitgearbeitet“, berichtete Schöppner. „Wir alle hatten unsere Freude daran, wie der Garten mit den Jahren immer schöner wurde.“

Wissen aus Fachbüchern

Da der Platz begrenzt war, Naturfreund Walter Schöppner aber möglichst viele Baum- und Straucharten im Garten haben wollte, boten sich Bonsais als Bepflanzung an. Das nötige Wissen las sich der Rentner aus Fachbüchern an, und mit der Zeit wurden es immer mehr Bonsais.

Fünf Stunden im Schnitt verbringt Walter Schöppner seiner Schätzung nach in dieser Jahreszeit täglich mit Gartenarbeit. Trotz der vielen Arbeit genießen die Schöppners ihren Garten. Walter Schöppner schätzt es besonders, dass es mehrere gemütliche Plätzchen gibt, wo man sich hinsetzen und seinen Gedanken nachhängen kann. „Ich brauche diese Rückzugsorte“, sagte er. Und seine Frau meinte: „Wenn ich im Garten sitze, ist das wie Urlaub.“

Von Susanne Hefter

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Quelle: HNA

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