Dorf hat mit Altlasten aus dem Bergbau zu kämpfen

Boden in Richelsdorf stark mit Arsen belastet

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Der Spielplatz in Richelsdorf ist nicht nur wegen Bauarbeiten gesperrt: Bodenproben haben auf dem dahinterliegenden neuen Minigolfplatz eine Arsen-Belastung ergeben.

Richelsdorf. 500 Jahre florierte der Bergbau im Richelsdorfer Gebirge. Nun kommen die Altlasten zu Tage: Zum ersten Mal wurden erheblich erhöhte Werte von Arsen und Zink im Richelsdorfer Boden gemessen.

500 Jahre lang hat der Bergbau im Richelsdorfer Gebirge für einen bescheidenen Wohlstand gesorgt. Jetzt hat der Wildecker Ortsteil Richelsdorf mit den Altlasten aus diesem Bergbau zu kämpfen:  Zum ersten Mal wurden auch im Ort selbst zum Teil erheblich erhöhte Werte von Arsen und Zink im Boden gemessen.

Bürgermeister Alexander Wirth spricht von einer „Katastrophe“. Das Ausmaß der Kontaminierung und die Höhe der Kosten seien noch völlig unklar. Ein großer Teil der Produktionsrückstände ist auf einer Halde gelagert, die hinter dem Gelände der Firma Alsecco zwischen Richelsdorf und Süß liegt. 

Alsecco hat das Werksgelände der Richelsdorfer Hütte seit vielen Jahren gemietet. Alsecco selbst hat mit den Schadstoffen nichts zu tun. Die Fachleute gingen bis vor kurzem davon aus, dass Niederschläge die Schadstoffe aus der Halde in den Weihebach gespült haben und so die giftigen Schwermetalle weitertransportiert wurden. 

Der Bach fließt weiter bis Richelsdorf und durch den ganzen Ort hindurch. Möglicherweise haben aber auch Richelsdorfer selbst in früheren Jahrhunderten Erdreich aus dem Bereich der Richelsdorfer Hütte im Dorf verwendet. Bis vor vier Wochen waren nur Proben im Bereich zwischen der Halde und dem Sportplatz am westlichen Ortsrand von Richelsdorf genommen worden, berichtet Wirth. 

Die Ergebnisse waren so bedenklich, dass die Hessische Industriemüll GmbH, jetzt auch Proben im Ort entnehmen will. Auf Bitte des Bürgermeisters wurden zuerst Bodenproben beim neu gebauten Minigolfplatz und dem Spielplatz, die beide hintereinander an der Weihe liegen. genommen. Auch dort wurden hohe Konzentrationen an Arsen und Zink gefunden. Die Plätze sind gesperrt.

Bürger werden am heutigen Mittwoch informiert

Die Richelsdorfer Bürger werden am heutigen Mittwoch ab 18 Uhr im Thüringer Hof über die Probleme informiert. Vertreter der Hessischen Industriemüll GmbH (HIM) stellen die Ergebnisse der Bodenproben aus dem Bereich des Weihebaches vor. 

Die HIM entsorgt im Auftrag des Landes gefährliche Abfälle, unter anderem aus der Industrieproduktion. Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Kassel werden berichten, wie die Behörden weiter vorgehen wollen. Bodenproben müssen auch auf privaten Grundstücken genommen werden. In einer anschließenden Diskussionsrunde beantworten die Fachleute Fragen der Richelsdorfer Bürger.

Von René Dupont

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