Mario Darmann hat ein Jahr lang an besonderer Jukebox getüftelt

Cornberg. Mario Darmann lehnt sich zurück in die hohe Lehne eines Arbeitsstuhls und lächelt. „Super, oder?“ Terry Jacks singt schmachtend von den „Seasons in the Sun“, und zwar so laut, dass man sich nicht mehr gut unterhalten kann. Die große Jukebox blinkt in bunten Farben. Darmann sieht glücklich aus.

Musik-Wundermaschine: Aus einer alten Jukebox, Fernseher und Computer hat der Cornberger Tüftler Mario Darmann einen Apparat gebaut, der sowohl Single-Schallplatten abspielen als auch Konzert-Mitschnitte zeigen kann.

Der 53-jährige Cornberger ist bekannt als fanatischer Röhrenradio-Sammler und -Reparierer. Vor einiger Zeit hat er zudem seine Liebe zu alten Jukeboxen entdeckt und nun aus einer Wurlitzer, Baujahr 1978, eine einzigartige Musikanlage gebaut, der er den Namen „Entertainment Jukebox Maschine der Zukunft“ gegeben hat.

Auch Fernseher eingebaut

Das Wunderding besteht aus Flachbildfernseher, einem Computer, der alten Jukebox, Verstärker, Boxen, einer Holzbox mit Computerrelais’ und einem sogenannten Fernwähler, einem Kasten mit großen Tasten. Viele kleine Papierschilder verraten die möglichen Titel. Darmann drückt eine der Tasten. Münzen braucht er nicht einzuwerfen. Die Maschine klackert mechanisch. Im Bildschirm geht ein Fenster auf, ein blauer Balken wandert über die Liste mit Musikstücken. Dann erscheint die Sängerin der „Middle of the Road“ in hohen roten Stiefeln auf dem Bildschirm, klatscht in die Hände und fängt an zu singen: „Where’s your Mama gone?“

Das Innenleben: Ein Greifarm transportiert die Schallplatten auf den Plattenteller. Für blinkende Beleuchtung hat Mario Darmann gesorgt.

Ein zweites Tastenfeld erlaubt es, Titel aus der Schallplattensammlung auszuwählen. Hinter einem Fenster hebt ein Greifarm eine der Schallplatten heraus, wendet sie und legt sie auf den Plattenteller. Darmann schaut auf seine Maschine. „Wenn ich die in den 70er-Jahren erfunden hätte, wäre ich heute reich.“

Zusammen mit einem Freund hat Darmann ein Jahr lang an dem Gerät getüftelt. Woher die Begeisterung für die Musikanlagen kommt, kann Darmann schlecht erklären. „Ich hab’ die Hoffnung, dass sich so was durchsetzt, dass sich eine Firma findet, die das nachbaut“, erklärt er. Mario Darmanns Augen glänzen, als er sagt: „Stellen Sie sich doch mal vor, bei einer Hochzeit, wenn da diese Jukebox steht…“ (zmy)

Quelle: HNA

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