Die Kabarettisten Alice Hoffmann und Detlev Schönauer begeisterten in Ellis Saal

Blind Date auf saarländisch

Spaß in „die Weiterdierode“: Die 62-jährige Alice Hoffmann als plaudernde, singende und steppende Vanessa Backes und ihr kongenialer Partner, der 60 Lenze alte Detlev Schönauer, als Bistrowirt Jacques. Foto: Apel

Weiterode. Alice Hoffmann alias Vanessa Backes sucht den Mann mit der roten Rose. Fragt hier, fragt da, schnuddelt mit dem Publikum in Ellis Saal und traut sich nicht auf die Bühne. Manche erkennen in ihr „’s Hilde“ von Heinz Becker, aber sie ist mit Detlev Schönauer alias Jacques gekommen. Zwei saarländische Kabarettisten in „die Weiterdierode“, kann das gutgehen? Und ob.

Die „Pälzer“ Weiterodes

Jacques, der französelnde Bistrowirt, sagt artig „Bon soir“ und führt ein in das spezielle Wesen der Saarländer, die immer an der Theke stehen, „viel trinke, dumm Zeusch schwätze unn Pälzer nitt leide könne“. Schnell findet er heraus, dass die Bebraner die „Pälzer“ von Weiterode sind, und schon hat er das Publikum auf seiner Seite.

Das Publikum erlebt mit, wie sich Vanessa auf eine Bekanntschaftsanzeige hin zu einem Blind Date in Jacques’ Bistro, bei „e Tass Kaffee“, Torte und Unmengen Sprühsahne, mit all ihren Gefühlen vorstellt – ohne zu wissen, dass Jacques der Mann ihrer Träume ist. Wie bei einer einfachen Hausfrau, „die schon einen Mann hinter sich hat“, gerät das so herrlich komisch, dass der gut besetzte Saal von einem Lachen ins nächste fällt.

Etwa dann, wenn Vanessa erzählt, wie sie, um ihre Ehe zu retten, an einer Farb- und Stilberatung teilgenommen und mehrere Diäten probiert hat: „Uff emmo honn isch dann gemerkt, dasses bessa is, wann isch die Diät vooorm Esse mach, unn nitt hinnaher!“

Neuerdings dichtet sie und gibt Kostproben ihres gereimten und ungereimten Könnens zum Besten – immer mit Musik von Jacques. Nach der Pause („Hat jeda von Eusch eine Bach gemacht?“) lässt er das Publikum an seinen Beobachtungen der geschlechtsspezifischen Benutzung von Toilettenschüsseln teilhaben. Der Clou ist die Schilderung der „Prozession“, bei der Frauen irgendwann „auf der Schüssel sitzen und durch die geschlossene Trennwand über Männer tratschen“.

Nach einem selbst gebrannten Williams-Christ nehmen die beiden weiter Fahrt auf, bis Vanessa bei Jacques die von ihm bislang versteckte Rose entdeckt. Aber es wird alles gut, eine Zugabe folgt auf die andere. Und unter dem Jubel des Publikums versprechen die gerührten Protagonisten: „Mir komme widder!“

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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