„Rund um den Alheimer“ vermittelt historische Kenntnisse

Hoffnungsvoller Nachwuchs: die Jungen der Höheren Bürgerschule in Rotenburg mit ihrem Lehrer Giebelhausen. Das Bild stammt aus dem Rotenburger Stadtarchiv. Foto: nh

Rotenburg. Der Geschichtsverein Altkreis Rotenburg präsentiert die neueste Ausgabe der langjährigen Reihe „Rund um den Alheimer“. Abwechslungsreich, informativ und unterhaltsam werden auch in diesem 34. Band die neuesten forschungergebenisse aus der Geschichte der Region präsentiert.

Das Titelbild des neuen Buches zeigt die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Bebra, die 1972 abgerissen wurde. Heute befindet sich hier an der Amalienstraße das Ärzte-, Wohn- und Geschäftshaus. Pfarrer im Ruhestand Karl-Heinz Kilian hat sich mit der jüdischen Geschichte von Bebra beschäftigt und informiert unter anderem über die Ereignisse der Reichspogromnacht in Bebra.

Reinhold Salzmann aus Baumbach berichtet in einem reich bebilderten Aufsatz über die sogenannte Kanonenbahn. Diese verlief nördlich des Landkreises als kleine, eingleisige Nebenbahn, auf der rote Schienenbusse durch nordhessische Täler brummten. Entstanden ist die Bahn aber in den 1870er-Jahren als Teil eines militärischen Bauvorhabens, einer Eisenbahnlinie von Berlin bis Metz.

Funde in der Fuldaaue

Die Pfarrerfamilie Croll, deren Nachkommen über Jahrhunderte hinweg in der Region predigten, steht im Mittelpunkt einer Betrachtung von Martin Ludwig. Er hat sich in einem weiteren Beitrag mit den prähistorischen Funden befasst, die man vor etwa 50 Jahren bei Baggerarbeiten in der Fuldaaue bei Breitenbach gefunden hat. Der Aufsatz betrachtet die Tier- und Pflanzenwelt der Frühzeit sowie menschliche Relikte aus der Altsteinzeit.

Als besondere genealogische Quelle stellt Angela Pooch die Schülerlisten der Höheren Bürgerschule in Rotenburg heraus, die im Stadtarchiv verwahrt werden. Mit etwas Glück findet der Familienforscher hier bisher unbekannte Daten zur Lebensgeschichte seiner Vorfahren.

Flusskarte von 1597

Besprochen wird ebenfalls die wohl älteste Ortsansicht von Bebra. Diese befindet sich auf der Fluss-Karte aus dem Jahr 1597, die zur Schiffbarmachung der Fulda vom Landmesser Joist Moers gefertigt wurde. Er kartierte den Verlauf der Fulda zwischen Hersfeld und Kassel auf einer über fünf Meter langen Karte, die von Landgraf Moritz dem Gelehrten in Auftrag gegeben worden war.

Was es mit den Spitznamen der Wildecker Dörfer auf sich hat, hat Renate Dörffel aus Obersuhl erforscht. Und als Kenner der Flurnamen aus der Gegend um Ober- und Niederellenbach weist sich erneut Wilfried Klode aus. Die Nachrichten aus längst vergangenen Zeiten, die sich in den Flurnamen verbergen, schlüsselt er auf und erklärt zum Beispiel Ahlfach, Hungerstrauch, Wolfsgestell oder Schelmgrube.

Neugierig geworden? Hier gibt es Antworten: „Rund um den Alheimer“, Beiträge zur Geschichte und Landeskunde des ehemaligen Kreises Rotenburg, Band 34/2013. Erhältlich im örtlichen Buchhandel und beim Geschichtsverein Altkreis Rotenburg für 8,50 Euro. (red/sis)

Kontakt: Andreas Rehs, Telefon 06623/ 4 15 48, E-Mail: andreas.rehs@web.de

Quelle: HNA

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