Stadt fehlt das Geld

Wie geht es mit dem Inselgebäude am Bahnhof weiter?

So präsentiert sich das Inselgebäude zurzeit: Abgebrochen ist der bisherige Westzugang zu den Bahnsteigen, der Zugang ist noch bis Mitte Februar nur von Osten her möglich. Der neue Park & Ride Parkplatz dort wird rege genutzt. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Das Inselgebäude am Bebraer Bahnhof rückt durch den Abbruch des bisherigen Westeingangs und des Kiosks in den Blickpunkt.

Mit dem Abbruch der alten Bahnsteigüberdachung ist es zusätzlichnoch in Mitleidenschaft gezogen worden. Es stellt sich die Frage, wie es mit dem Inselgebäude weitergeht, das nach wie vor im Besitz der Bahn ist. Bei der zurzeit laufenden Bahnhofsmodernisierung ist das Inselgebäude aber nicht mit eingeschlossen.

Ein Nutzungs- und Überlassungsvertrag ist schon vor einigen Jahren ausgearbeitet, aber von der Stadt nicht unterschrieben worden. Das bestätigte Bürgermeister Horst Groß auf Anfrage. Die Kosten für den Unterhalt wollte die Stadt Bebra angesichts der vielen anderen gerade laufenden Projekte nicht auch noch übernehmen. Man könne sich das nicht mehr leisten, war damals die Mehrheitsmeinung.

Die Stadt sieht bis heute keine Möglichkeit, sich hier zu engagieren, erklärte der Bürgermeister. Das Inselgebäude befinde sich in einem schlechten baulichen Zustand.

Der Rückbau der Bahnsteigüberdachung auf der Westseite läuft gerade, im Osten und an zwei weiteren Bahnsteigen steht sie noch. Das veranlasste Herbert Mühlbauer aus Bebra, sich an die Stadt zu wenden.

Seine Befürchtung ist, dass auch nach Beseitigen der durch Abbruch der Bahnsteigüberdachung am Gleis 3 entstandenen Löcher die Fassade kein harmonisches Gesamtbild mehr ergeben werde. Dort befinden sich helle Riemchen beziehungsweise Klinker im Erdgeschoss und Putz im Bereich oberhalb der bisherigen Überdachung.

Noch ist das Bahnsteigdach auf der Ostseite (Gleis 8) vorhanden und würde die Möglichkeit bieten, dort das abgeräumte Traggerüst aus optischen Gründen zu erhalten, so schlägt Mühlbauer vor. Mit Einbeziehung von Kesselhaus, und Lokschuppen ergebe sich ein harmonisches Gesamtbild.

Eschwege als Vorbild

Als Vorbild könnte der alte Eschweger Bahnhof dienen, der jetzt als Waldorfschule genutzt wird und weiterhin durch den Erhalt der Träger der ehemaligen Bahnsteigüberdachung Zeugnis seiner ursprünglichen Bestimmung ablege, erklärt Mühlbauer.

Die Pläne für den neuen modernen Bahnhof sähen dies nicht vor, sagte Horst Groß dazu. In Eschwege werde das Gebäude im Gegensatz zu Bebra nicht mehr als Bahnhof genutzt. Er sehe keine Möglichkeit, dem Vorschlag zu folgen.

Der Bebraer Bauamtsleiter Manfred Klöpfel weist darauf hin, dass neue 60 Meter lange Dächer auf beiden Seiten des Inselgebäudes geplant seien. Jedoch könnten die genieteten historischen Stützen anderenorts in der Stadt Verwendung finden und an die Bahntradition anknüpfen. Das Inselgebäude, sagt Klöpfel, sei eine „Perle in der Mitte“, die des Engagements bedürfe. Ohne die Hilfe von Bund, Land und Sponsor sieht auch er kaum eine Möglichkeit, tätig zu werden..

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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