Blick auf die Kinder Kubas: Gemeinsamer Weltgebetstag in Cornberg

Suppen, Reis, Salate, Frikadellchen und Brot: Nach dem Gottesdienst ist das landestypische Buffet beim Weltgebetstag ein besonderer kulinarischer Höhepunkt. Diesmal hatte es einen hessischen Einschlag.

Rockensüß. Haben Fidel und Raúl Castro in Rockensüß die Macht übernommen? Man könnte es meinen, denn mitten in der Kirche hängt eine große kubanische Fahne.

Aus allen Cornberger Ortsteilen sind knapp 30 Frauen, drei Konfirmandinnen, zwei Männer und zwei Konfirmanden in das Gotteshaus gekommen, um auf Einladung von Frauen aller Konfessionen den Weltgebetstag zu begehen. Schon früh versammelt man sich - wie in vielen anderen Gemeinden des Altkreises Rotenburg auch, denn die Köstlichkeiten des kalt-warmen Buffets, zu dem die Gemeinde im Anschluss an den Gottesdienst eingeladen ist, müssen aufgebaut und die nicht ganz so bekannten Lieder „durchgesungen“ werden. Sie stammen aus Süd- und Mittelamerika und natürlich unterstreichen auch sie, dass es diesmal um Kuba geht - das sich öffnende, lange isolierte, arme und vielleicht doch auch reiche Land.

Geschichten von Frauen

Pfarrerin Gundula Eckert weist auf den besonders schönen Altarschmuck und die von Sonja Hahn gebastelten, weißen Schmetterlingsjasmin-Papierblumen hin, die Nationalblume Kubas. Dann berichten einige Frauen des Weltgebetstags-Teams, das sich dreimal zur Erarbeitung es Gottesdiensts getroffen hat, von kubanischen Frauend. Von Juana, die zeitlebens die Bibel in Ehren gehalten hat, von Yamilka, die arbeitet und für ihre Familie sorgt, von Liudmila, die gut ausgebildet ist und auf eine bessere Zukunft hofft.

Die Konfirmandinnen Antonia Schießer, Renée Antonia Kramer und Laura Ebel stellen ihre Altersgenossinnen Olivia, Ana Paula und Maria Carla vor, denn im Gottesdienst geht es auch um Kinder und Jugendliche. Das an die „Lasset-die-Kindlein-zu-mir-kommen-Geschichte“ von Jesus angelehntes Thema lautet: „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf!“

In einer Art Bildmeditation geht Pfarrerin Eckert auf das Weltgebetstagsmotiv mit den sich gegenseitig haltenden und führenden Händen ein. Sie spricht davon, dass Gott als Kind auf die Welt gekommen ist, dass er Kinder liebt, dass er zupackend und doch sanft für Geborgenheit sorgt, und sie fordert die Versammelten auf, diese Geborgenheit weiterzutragen. Jedem wird ein rotes Herz geschenkt.

Man spürt es, dass der Gottesdienst Akteurinnen und Auditorium gut tut. Ursula Wagler etwa, die mit ihren Nachbarinnen Anneliese Fichtner und Monika Jakob aus Cornberg gekommen ist. Sie sagt: „Das ist eine schöne Abwechslung!“

Ob sie dabei auch das kubanisch-hessische Buffet im Auge hat? Schon bald laben sich alle Besucherinnen daran und „schnuddeln“ über Gott und die Welt.

Quelle: HNA

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