Blankenheimer zum Kirchenältesten ernannt

Günter Marth

Blankenheim. „Jung’, enttäusch’ mich nicht!“ – Vor mehr als vier Jahrzehnten hat der alte Blankenheimer Kastenmeister Konrad Schade diese Worte zu Günter Marth gesagt. Er hat sie bis heute im Gedächtnis behalten.

Schade hatte den jungen Familienvater damals davon überzeugt, sich im Blankenheimer Kirchenvorstand zu engagieren. Marth war ihm aufgefallen, weil dieser mit seiner Frau Christa regelmäßig zum Gottesdienst kam. „Der alte Herr machte sich vermutlich Gedanken, ob ich bei meiner Entscheidung bleibe“, erzählt der inzwischen 72-jährige Marth. Offensichtlich war die Sorge des Kastenmeisters unbegründet, denn es gehört zu Marths festen Prinzipien, einmal übernommene Aufgaben weiterzuführen. 42 Jahre lang – das sind sieben Wahlperioden – gehörte Günter Marth zum Kirchenvorstand, bis er wegen der Altersgrenze nun nicht mehr kandidieren durfte. Das Engagement des Blankenheimers für seine Gemeinde ist damit aber keineswegs beendet. Der Kirchenvorstand ernannte ihn einmütig zum Kirchenältesten.

Marth war im Kirchenvorstand über zehn Jahre stellvertretender Vorsitzender und lange Zeit Synodaler des Kirchenkreises Rotenburg. Als Dank für seinen außergewöhnlichen Einsatz wurde er 2013 mit der Elisabeth-Medaille ausgezeichnet, der höchsten Ehrung der Landeskirche für Kirchenvorstände. In der Kirchengemeinde Breitenbach, zu der seit der Fusion Anfang 2014 mit Blankenheim und Lüdersdorf alle drei Gemeinden des früheren Kirchspiels Breitenbach gehören, ist man sehr froh, dass Günter Marth das Amt des Kirchenältesten angenommen hat und man weiterhin auf ihn setzen kann, sagt Pfarrer Axel Nolte: „Ohne Ehrenamtliche wie ihn lässt sich eine Gemeinde nicht leiten. Die Kirche lebt davon, dass es Menschen gibt, die sich engagieren.“ Besonders schätze er an Marth dessen absolute Verlässlichkeit. „Er hat sich mit guten Gedanken und mit seinem handwerklichen Können über Jahrzehnte engagiert und eingebracht.“

Marths Ernennung dürfe man allerdings nicht als Dankeschön missverstehen: „Er ist Kirchenältester, weil es keinen Zweifel gibt, dass er alle Voraussetzungen für dieses Amt erfüllt und das volle Vertrauen des Kirchenvorstands und des Pfarrers besitzt.“ Günter Marth will sich weiterhin Aufgaben widmen, um die er sich bisher gekümmert hat. Zum Beispiel Hausmeisterarbeiten in der Kirche und die Pflege des Blankenheimer Patronat-Friedhofs, den er mit Kurt Lohr in Schuss hält. Das umfasst nicht nur Rasenmähen, sondern er ist mit von der Partie, wenn neue Grabfelder anzulegen sind. Der Kirchengemeinde hat er dadurch schon manchen Euro erspart. Bauarbeiten sieht Günter Marth, der noch sehr fit ist, übrigens als eines seiner Hobbys an. „Da bin ich dabei“, sagte er.

Von Susanne Hefter

Quelle: HNA

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