Weltweit erste Anlage zur Methanisierung funktioniert

Biogas-Forschung am Eichhof kommt voran

Bad Hersfeld. Knapp ein Jahr nach Beginn eines Forschungsprojekts zur Speicherung von regenerativer Energie in Form von Methangas haben die Wissenschaftler des Hessischen Biogas-Forschungszentrum (HBFZ) am Eichhof in Bad Hersfeld eine durchweg positive Bilanz gezogen.

Am Eichhof steht die erste Anlage, in der Biogas dauerhaft in Methan umgewandelt worden ist. „Es ist alles so gelungen, wie wir es uns erhofft haben“, sagte Prof. Dr. Jürgen Schmid vom Fraunhofer-Institut/IWES bei der Vorstellung der ersten Forschungsergebnisse. Der bisher aufwändige Aufbereitungsprozess sei durch ein „Ofenrohr mit Katalysator“ ersetzt worden, erklärte Schmid stark vereinfacht das Prinzip der Power-to-Gas-Technologie. Die weltweit einmalige Versuchsanlage am Eichhof sei „mit Biogas gefüttert worden, und es kam Methangas raus“, sagte der Professor.

Gestern hatten sich Hessens Umweltministerium Lucia Puttrich und ihr Thüringer Amtskollege Jürgen Reinholz über die Fortschritte des Gemeinschafts-Projekts informiert. „Das Biogas-Forschungszentrum ist weltweit einmalig, und dieses Projekt ist es auch“, sagte Puttrich mit Hinweis auf die große Bedeutung für das Gelingen der Energiewende. Ziel des Projekts sei es, die bestehenden Biogasanlagen effizienter und bezahlbarer zu machen. „Vom Eichhof werden wir auch in Zukunft noch viel mehr Erstaunliches hören“, kündigte Puttrich an.

600 000 Euro kostet das Forschungsprojekt jährlich, das von den Ländern Hessen und Thüringen sowie dem Fraunhofer-Institut zu gleichen Teilen getragen wird. Dieses Geld habe sich bereits jetzt „vielfach verzinst“, sagte Puttrich, die ein „unglaubliches Potenzial“ zur Umrüstung von bestehenden Biogasanlagen zur flexiblen Energieproduktion sieht. Gut 30 Prozent aller hessischen und sogar knapp 70 Prozent aller thüringischen Anlagen sei dafür geeignet. ZUM TAGE,

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Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

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