Ausstellung im Kreisheimatmuseum mit Werken von Künstlern der Kasseler Akademie

Bilder der Verschollenen

Bilder der Maler der verschollenen Generation: Museumsleiterin Lisa Heckeroth mit den Kunstsammlern Frank Möller und Sigrid Jordan, von links, vor einem Frauenporträt von Karl Leyhausen. Fotos: Meyer

Rotenburg. Die Bilder von Karl Leyhausen und anderen Künstlern der Kasseler Akademie wurden von den Nationalsozialisten verboten. Dabei erlebte der Maler Leyhausen selbst die Nazi-Zeit gar nicht mit. Angesichts des erstarkenden Nationalsozialismus nahm sich Leyhausen 1931 im Alter von 32 Jahren das Leben.

Bilder von Leyhausen und anderen Künstlern der Kasseler Akademie sind momentan im Kreisheimatmuseum in Rotenburg ausgestellt.

Am internationalen Museumstag war Kunstsammler Frank Möller, aus dessen Besitz ein großer Teil der ausgestellten Bilder stammt, im Museum zu Besuch und berichtete über Hintergründe der Bilder, wie etwa über den Selbstmord von Karl Leyhausen.

„Die Künstler der Kasseler Akademie - Arnold Bode und Kollegen - Nordhessische Malereikunst 1810 bis 1960“ lautet der Titel der Ausstellung. Die Gruppe um den Documenta-Mitbegründer Arnold Bode wird auch als verschollene Generation bezeichnet, weil ihre verbotenen Bilder das Dritte Reich auf Speichern und Dachböden überdauerten und hinterher erst nach und nach wieder auftauchten – wenn sie nicht von Kriegsbomben zerstört wurden.

Der kühle und sachliche Umgang mit dem Motiv, so Möller, kennzeichne die Bilder, die überwiegend in der Zeit von 1810 bis 1960 entstanden. Die Kunstakademie, an der sich rund um Arnold Bode bedeutende Künstler sammelten, gilt als Keimzelle der Documenta.

Die Ausstellung bleibt bis zum 17. Juni in Rotenburg. Das Museum ist mittwochs, freitags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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