30 Jahre Motorradclub Wildgänse Solz – Gottesdienst im Bierzelt

Biker mit Schutzengeln

Die Mitglieder der Motorradgang Laschkorken aus Lohfelden bei Kassel: Sie reisten zu acht zum Motorradtreffen der Bikerfreunde aus Solz. Foto:  Achim Meyer

Solz. Die feuerspeienden Drachen auf den feilgebotenen T-Shirts, die im Holz steckenden Messer und mit Totenköpfen verzierten Ringe wollten so gar nicht zu den besinnlichen Worten von Pfarrer Axel Dück passen. Dück hielt im Bierzelt in Solz einen Gottesdienst beim Motorradtreffen des Motorradclubs Wildgänse Solz.

Schon am Nachmittag waren weit über 100 Motorräder auf der Wiese geparkt. Die Fahrer, fast alle in schwarzer Lederkluft, waren überwiegend aus Orten in der Umgebung angereist, um mit den Solzern das 30-jährige Bestehen der Wildgänse zu feiern. Selbstverständlich, dass da gefachsimpelt wurde, „Benzingespräche“, wie die Motorradfahrer sagen.

Eine Maschine, die für Aufsehen sorgte, war die schwarze Yamaha von Philip Wagner aus Bebra, ein kraftstrotzendes Motorrad, das „Naked Bike“ (nacktes Motorrad) genannt wird, weil der Motor nicht verkleidet ist. Ulrich Grebe kam mit einer zwölf Jahre alten Yamaha im Retro-Design, bei der eine sogenannte Königswelle anstelle einer Kette die Motorkraft überträgt. „Eine Hommage an die alten Rennmaschinen“, sagt Grebe.

Im Gottesdienst griff Axel Dück das Thema Motorrad auf: Das Rad sei ein Symbol für die Zeit, für Werden und Vergehen. „Gott ist wie ein Rad“, so der Pfarrer, „vollkommen, ohne Anfang, ohne Ende. Wenn Sie auf Ihre motorisierten Räder steigen, dann denken Sie daran. Gott geht gleich doppelt mit Ihnen auf die Reise.“ Eine Ausfahrt führte die Motorradfahrer anschließend über Iba, Breitenbach, Blankenheim, den Stock und über Lüdersdorf zurück nach Solz. Dabei hatten die Fahrer die Worte von Pfarrer Dück in Erinnerung: „Gott schickt einen Schutzengel für jeden Fahrer. Aber fahr’ nie schneller, als dein Schutzengel fliegen kann.“ (zmy)

Quelle: HNA

Kommentare