Varroa-Milbe vernichtete zahlreiche Völker in der Region

Bienen in Gefahr – mit Säure gegen Schädling

Hersfeld-Rotenburg. Ein heimtückischer Feind setzt der nützlichsten aller Insekten, der Biene, zu: Durch Befall mit der Varroa-Milbe gehen ganze Bienenvölker im Winter zugrunde. „Manche Imker in der Region haben zwei Drittel ihres Bestands verloren, manche sogar noch mehr“, weiß Dieter Werner, Vorsitzender des Imkervereins Rotenburg.

Die milden Monate November, Dezember und Januar hatten Mitschuld an den schlimmen Zahlen, glaubt Werner. Denn viele Imker hätten zwar vorgehabt, ihre Völker mit Milchsäure oder Oxalsäure zu behandeln, die der Milbe zu Leibe rücke. Doch wegen der Temperaturen hätten die Völker gebrütet – die Imker setzten die Säure deswegen nicht ein.

Früh erkennen, wie stark der Befall mit der Milbe ist, und dann die Waben mit 15-prozentiger Milchsäure behandeln – das rät Dieter Werner seinen Kollegen.

Zahl verdoppelt sich

Die Zahl der Milben verdopple sich jeden Monat, wenn die Imker nichts unternähmen. „Wenn ich im September schon tausend Milben im Stock habe, kann ich mir ausrechnen, wann die Zahl der Schädlinge die der Bienen übersteigt. Solche Völker sind dann verloren.“ Deshalb sei es zu spät, erst im November die Varroa-Milbe zu bekämpfen. „Dann sind die befallenen Völker schon zu angeschlagen“, sagt Werner. „Sie gehen unter.“

Die mit bloßem Auge erkennbaren Schädlinge schlüpfen in die Zellen, bevor sie mit Wachs verschlossen werden, und befallen die Tiere noch vor der Verpuppung.

Der Vorsitzende des Imkervereins, der dieses Amt seit 30 Jahren innehat, warnt seine Kollegen eindringlich: „Wer sich bei der Varroa-Milbe auf die Selbstheilungskräfte der Natur verlässt, ist verlassen. Die Biene ist dem Schädling schutzlos ausgeliefert, wir müssen ihr helfen. “

HINTERGRUND, ZUM TAGE

Von Rainer Henkel

Quelle: HNA

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