Gedenken am Dienstag in Unterbreizbach

Bergleute in Unterbreizbach starben an hoher CO2-Konzentration

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Unterbreizbach. Eine sehr hohe Kohlendioxid-Konzentration ist für den Tod von drei Bergleuten in der Thüringer Kali-Grube Unterbreizbach verantwortlich.

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Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Meiningen, Jochen Grundler, am Donnerstag. Kohlendioxid führt in hoher Konzentration zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand. Bereits kurz nach dem schweren Unglück am Dienstag war vermutet worden, dass die drei Bergleute Jürgen K., 56, Michael R., 50, und Christoph K., 24, in 700 Metern Tiefe erstickt sind.

Das tödliche Gas hatte sich beim Grubenunglück in Sekundenschnelle über viele Kilometer in der Tiefe ausgebreitet. Die drei Bergleute hatten es daher nicht mehr geschafft, ihre Schutzmasken aufzusetzen.

Erst vor zwei Jahren hatte der Jüngste von ihnen, der 24-jährige Christoph K., laut Bild.de die Ausbildung zum Bergbautechnologen abgeschlossen. Am 7. Januar habe er auf seiner Facebook-Seite geschrieben: „Jetzt endlich meinen Festvertrag bekommen.“ Nach dem Unglück haben Freund von ihm einen letzten Gruß in dem sozialen Netzwerk hinterlassen: „Dunkel ist es nun um dich, von Stund an tragen wir dein Licht.“ Daneben ein Foto, auf dem drei Kerzen zu sehen sind.

In einer Gedenkveranstaltung wollen am Dienstag Kollegen und Angehörige im Kulturhaus in Unterbreizbach an die Toten erinnern. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) und Vertreter des Kali- und Düngemittelproduzenten K+S (Kassel), zu dem die Grube gehört, nehmen ebenfalls daran teil, wie die Staatskanzlei am Freitag mitteilte. An der Unglücksstelle erinnern schon jetzt Blumen und Kerzen an die Opfer der Tragödie.

Die Kali-Grube bleibt nach dem schweren Unglück unterdessen weiter gesperrt. Bergamt und Staatsanwaltschaft ermitteln, wie es am Dienstag zu dem gewaltigen Gasausbruch nach einer Routinesprengung in dem Bergwerk kommen konnte. Für ihre Ermittlungen zu der Tragödie mit drei Toten hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch Werksunterlagen sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft untersucht nach eigenen Angaben, ob es möglicherweise ein Verschulden Dritter gegeben hat.

Artikel aktualisiert am 4.10.2013 um 14.40 Uhr

Außerdem sollen die vier überlebenden Bergleute vernommen werden, teilte die Behörde in Meiningen mit. Sie seien inzwischen nicht mehr in ärztlicher Behandlung, sagte der Grubenbetreiber K+S Kali GmbH am Mittwochabend.

Die Ermittler setzen auch heute ihre Untersuchungen fort. Sie konnten wegen der hohen Kohlendioxid-Konzentrationen bisher noch nicht an den Unglücksort vordringen. Nach Angaben der Werksleitung wird die Grube wegen des Gases wahrscheinlich für Tage gesperrt bleiben.

Fotos: Bergleute sterben bei Unfall in Thüringer Kali-Grube

Bergleute sterben bei Unfall in Thüringer Kali-Grube

Die K+S Kali GmbH aus Kassel betreibt in der Region vier Werke. (lhe)

Quelle: HNA

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