Beratung vor Ort zählt wieder

Beratung vor Ort zählt wieder: Kunden zieht es zu regionalen Banken

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Rubriklistenbild: dpa

Hersfeld-Rotenburg. Ein Ansprechpartner vor Ort ist für Bankkunden offenbar wieder wichtiger als geringe Kosten für ihr Konto. Die regionalen Kreditinstitute im Kreis Hersfeld-Rotenburg sehen einen Trend hin zur Beratung vor Ort. Das bringt der Sparkasse und den Genossenschaftsbanken auch wieder Kunden.

Bei der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg sind allein im vergangenen Jahr 2400 neue Girokonten eröffnet worden, teilte der Vorstand mit. Damit betreut das größte Institut im Kreis nun 60 000 Konten. Laut Vorstandsvorsitzendem Reinhard Faulstich zeigt das eine Abkehr von der ausschließlichen Betreuung in Telefoncentern und im Internet: „Die Menschen sehnen sich nach einem festen Ansprechpartner, der sie umfassend berät.“

Nachdem andere Banken verstärkt mit kostenloser Kontoführung geworben haben, seien die Kunden nun auch wieder bereit, sich Beratung etwas kosten zu lassen: „Wir haben keine Diskussionen mehr über Preise für Girokonten“, sagt Sparkassenvorstand Gerhard Heß. Bei der Sparkasse kostet ein Girokonto je nach Umfang zwischen 1,50 und 11,50 Euro im Monat.

Einen ganz ähnlichen Trend verzeichnet die VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg. Die Zahl der Konten stieg im vergangenen Jahr um 1500 auf knapp 29 000, sagt Prokurist Ronald Englich. „Wir legen Wert auf Qualität und fordern dafür einen fairen Preis“, sagt Englich, „und das wollen auch die meisten Kunden.“ Nach seiner Beobachtung spiele es auch eine Rolle, „dass wir die Bankenkrise gut überstanden haben.“ Für die Kunden sei das eine Frage des Vertrauens.

„Die Kunden sind bodenständig und wollen das auch bei ihrer Bank“, bestätigt Hans-Georg Germeroth, Vorstand des Bankvereins Bebra. Die Kunden honorierten es, dass die regionalen Institute von der Krise wenig betroffen waren. Und auch sein Haus spüre sehr deutlich, dass der Bedarf nach Beratung steigt.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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