Wildecker Winterdienst wird von Anwohnern angefeindet – Freie Gasse auf Gehwegen genügt

Beim Schneeräumen beschimpft

Acht Stunden hoch konzentriert: Bauhof-Vorarbeiter Andreas Schäfer neben einem Winterdienstfahrzeug auf dem Hessenweg in Obersuhl. Foto: nh

Wildeck. Seit dem vergangenen Wochenende haben die Winterdienste viel zu tun, um die Straßen vom Schnee zu befreien – auch in Wildeck. Wilfried Kleinerüschkamp, Bauamtsleiter der Gemeinde, hat einen seiner Mitarbeiter beim Räumen begleitet. Was er dabei erlebte, hat ihn erschreckt: Mehrfach haben Anwohner die Fahrer der Räumfahrzeuge beschimpft.

Wie es dazu kam? Beim Räumen der Straße wurde Schnee auf die frisch gefegten Bürgersteige geschoben. Dafür haben einige Anwohner kein Verständnis, sagt Kleinerüschkamp. Während seiner zweistündigen Fahrt hätten viele den Fahrern sogar mit der Faust gedroht.

Fahrer beklagen sich

Mitgefahren ist Kleine-rüschkamp, weil mehrere Mitarbeiter sich darüber beklagt hatten, wie sie von den Bürgern beim Räumen der Straßen behandelt werden. Darum wollte er sich selbst ein Bild von der Situation machen.

„Die Leute unterstellen den Straßenwärtern böswillige Absicht“, sagt der Bauamtsleiter. Dabei lasse es sich nicht vermeiden, dass der Schnee auch auf die Bürgersteige fällt. Er müsse nun mal irgendwo hin.

Die Gemeinde Wildeck hat einen eingeschränkten Winterdienst. Das heißt, dass Anliegerstraßen bei geringeren Schneemengen nicht geräumt werden. Liegt so viel Schnee wie zurzeit, müssen Wege freigemacht werden, damit Rettungsfahrzeuge im Notfall bis vor die Haustür fahren können. Zudem muss die Verkehrssicherheit gewährleistet werden. Straßen vor Schulen und Kindergärten, auch Bushaltestellen hätten dabei Vorrang. „Wir können nicht bis 7 Uhr alle Straßen räumen“, sagt Kleinerüschkamp.

Die Fahrer setzen ihre Gesundheit auf den glatten Straßen aufs Spiel, sagt der Bauamtsleiter. Sie seien acht Stunden unterwegs und dabei hoch konzentriert. Nach so einer Schicht könnten sie die Beschimpfungen noch schwerer ertragen.

Gemeinsamer Schneehaufen

„Manche fegen ihren Gehweg besser als ihre Küche“, meint Kleinerüschkamp. Dann sei der ganze Bürgersteig vom Schnee befreit. Das sei aber gar nicht nötig. Wenn die Bürger bei einem 1,50 Meter breiten Gehweg einen Meter freiräumen, können Räumfahrzeuge und Anwohner einen gemeinsamen Schneehaufen bilden. So hätten die Bürger keine doppelte Arbeit, und der Schnee landet auch nicht wieder auf der vom Räumfahrzeug gesäuberten Straße.

Doch nicht alle Anwohner regen sich auf, berichtet Kleinerüschkamp. Er traf auch Menschen, die dankbar waren, dass der Winterdienst die Straßen vom Schnee befreit.

Von Lara Sasse

Quelle: HNA

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