Baumarkt in Bebra zieht um – Imbiss ist an neuem Standort unerwünscht

Toom ohne Bratwurst

Zusammenpacken: Eberhard Heußner räumt Stühle in seine Bratwurstbude am alten Toom-Baumarkt in Bebra. Da der Konzern bei Neueröffnungen generell keine Parkplätze mehr vermietet, darf er nicht mit umziehen. Fotos: Auel

Bebra. Der Toom-Baumarkt in Bebra zieht um. Direkt neben dem alten Gebäude im Wiesenweg steht der neue, fast fertige Markt. Für einen ist dort allerdings kein Platz mehr. Eberhard Heußner, der Betreiber der Imbissbude am alten Toom-Baumarkt, darf nicht mit.

Die Marktkette mit Sitz in Köln begründet ihren Schritt mit einer neuen Firmenpolitik.

Seit fast sieben Jahren verkaufte Eberhard Heußner, den viele nur Paul nennen, auf dem Parkplatz des Baumarkts seine Würste. Zwischen zehn- und fünfzehntausend Euro habe er damals in die Bude investiert als er sie von seinem Vorgänger übernommen hat, berichtet Heußner. Der 52-jährige Maler kann auf Grund eines Wirbelschadens seinen gelernten Beruf nicht mehr ausüben. Die Würstchenbude, so sagt er, sollte seine Altersvorsorge sein.

Rückblick: Im Februar vergangenen Jahres muss der Toom-Baumarkt wegen eines Wasserschadens für fünf Monate schließen. Ohne die Heimwerkerkunden geht das Geschäft von Eberhard Heußner nicht gut. Toom kommt ihm bei der Miete entgegen. Streit gibt es keinen. Kurze Zeit später bekommt Heußner die Kündigung für den alten Standort. Auf Nachfrage erfährt er, dass er sich jedoch für den neuen Markt bewerben könne. Das tut Heußner auch. Kurz vor Weihnachten kommt für ihn eine unschöne Überraschung: Seine Bewerbung wird abgelehnt.

Im Ablehungsschreiben heißt es, dass ein im Baumarkt befindlicher Backshop in Zukunft den Service für die Toom-Kunden übernehmen soll. Eine Untervermietung des Parkplatzes des neuen Marktes an Imbissbudenbetreiber sei nicht vorgesehen, heißt es weiter.

Das Verhalten der Baumarktkette, die zur Rewe-Gruppe gehört, verärgert Heußner. „Ich bin zornig. Wie kann man so mit Menschen umgehen?“, beschwert er sich. Etwa 500 Unterschriften habe er gesammelt. Kunden, die wünschten, dass er seine Würste auch beim neuen Markt verkaufen kann. „Doch das interessiert ja keinen“, sagt Heußner.

Generelle Entscheidung

„Die Möglichkeit einer Bewerbung ist ja noch keine Zusage“, sagt eine Toom-Sprecherin zu dem Fall. Es sei Entscheidung der Geschäftsleitung der Firma Toom, dass die Parkplätze neuer Märkte generell nicht untervermietet würden. Als Entschädigung für den Verkaufsausfall durch den Wasserschaden dürfte Eberhard Heußner noch bis Oktober mietfrei auf dem alten Gelände bleiben.

Doch seine Bude ist schon zu. „Was will ich noch mit dem Gelände?“, sagt er. „Da kommt doch keiner mehr hin“.

Von Juri Auel

Quelle: HNA

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