Menschliche Pflege half nicht

Hund jagt Reh in Bebra - Tod nach Hetzjagd

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Das Foto, das auch der Polizei vorliegt, hat Helmut Beisheim gemacht. Es zeigt den Hund, der den Schaden angerichtet haben soll.

Bebra. „Ich dachte erst es seien zwei Hunde, ein großer und ein kleiner“, sagt Pferdehofbesitzer Thomas Strauch aus Bebra. Tatsächlich hatte er am vergangenen Freitag einen Hund gesehen, der ein Reh hetzte.

Der Hund hatte Erfolg: Das Reh wurde am Hals und an der Keule gebissen. Menschliche Pflege half nicht. Am Sonntag starb das Tier.

Die Pferde seien unruhig gewesen, daher sei er auf die Hetzjagd aufmerksam geworden, sagt Strauch. Mit dem Auto ist er die 300 Meter von der Scheune zu den Pferde auf der Wiese gefahren, um schneller vor Ort zu sein. Da er erkannte, dass die Jagd runter zur Bebra ging, fuhr er um die Wiese herum.

Er habe das Reh im Wasser stehen sehen, der Hund stand am Ufer. Aus Angst, dass das Reh auf die Bundesstraße laufen und dort einen schweren Unfall verursachen würde, rief er die Polizei und Helmut Beisheim, Jagdpächter im Gebiet Bebra.

Beisheim war zu Hause, als der Anruf kam, erzählt er. Eigentlich hätte er gerade einen Mittagsschlaf machen wollen. Er habe sein Gewehr geholt – wenn das Tier verletzt ist, wisse man nie, ob man es nicht gleich erschießen müssen, um ihm Schmerzen zu ersparen – und sich auf den Weg gemacht. Als er kam, stand das Reh noch im Wasser, der Hund am Ufer. „Wie die Texaner“, habe er das Reh aus dem Bach geholt, schmunzelt Beisheim. Aus einer Hundeleine formte er ein Lasso, das warf er dem Reh um den Hals.

Das Reh.

Durch leichtes Ziehen habe er das Tier dazu gebracht Richtung Ufer zu laufen. An den Vorderläufen habe er es dann aus dem Wasser gezogen. Wie ein Hund sei es ihm zum Wagen nachgelaufen. Dort habe er es in den Kofferraum gelegt. Beisheim beschloss, das Tier gesund zu pflegen. Der Bebraer hat einen Hof in Gilfershausen. Dorthin brachte er das Reh. Er sei in der Zeit viel bei dem Tier gewesen. Sonntag morgen habe es dann wieder angefangen zu fressen: Rapsblätter, die Beisheim ihm in den Mund schob. Es kaute. Da dachte der Jäger, es sei über den Berg. Mittags habe er das Reh tot aufgefunden.

Was Beisheim beim Erzählen der Geschichte wichtig ist? Hundebesitzer sollten verantwortungsvoll mit ihren Tieren umgehen. Hätten sie ihren Hund nicht im Griff, gelte es, ihn an die Leine zu nehmen. Hätte ein Hund einmal einen solchen Jagderfolg, würde er es wieder tun. Daher sei es wichtig, dass Tierbesitzer sich um ihren Schützling kümmern.

Die Polizei hat die Ermittlungen in der Sache aufgenommen. Auch das Foto des Hundes liegt dort vor.

Quelle: HNA

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