Am Mende-Park

Tiefe Spuren nach Mähen: Anwohner  kritisiert Einsatz nach Starkregen

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Hier wartet richtig viel Arbeit auf die Bauhofmitarbeiter. Beim Mähen nach starken Regenfällen entstehen immer wieder tiefe Furchen, beklagt ein Anwohner.

Bebra. Beschädigung und Verunstaltung der städtischen Grünanlagen und Fehlplanung - das beklagt ein Anwohner des August-Wilhelm-Mende-Parks in Bebra.

Burghard Hauptmann spricht von schlampiger Arbeitsausübung bei Mäharbeiten. Für ihn sei das Maß voll, nachdem er das Ganze seit

Der August-Wilhelm-Mende-Park

Gemäht werde wie in einer Planwirtschaft, auch wenn die Grünanlagen völlig durchweicht seien. „Egal: Es erscheint schweres Gerät der Stadt Bebra, um den Rasen zu mähen“, sagt Hauptmann. Es entstünden tiefe Radspuren, die Gehwege würden völlig verdreckt, ohne dass beides wieder in Ordnung gebracht werde. Aktuell berichtet Hartmann von einem „Mähchaos“ am Montagvormittag. Nach einem Unwetter in der Nacht sei der Mäher prompt im Matsch steckengeblieben. „Wieder erscheint ein Lkw und zieht das Gerät aus dem Schlamm.“ Das betroffene Rasenstück sei frisch angesät gewesen. „Wer plant eigentlich diese Einsätze?“, fragt der Bebraer Bürger, ehemaliger Polizeibeamter und dort Einsatzplaner.

Es müsse selbstverständlich gemäht werden, so die Stellungnahme von Bürgermeister Uwe Hassl. „Wo gehobelt wird, fallen auch Späne“, nimmt er den städtischen Bauhof in Schutz. Der Regen der letzten Tage habe den Bereich am Ufer des Bebrabaches in der August-Wilhelm-Mende-Anlage aufgeweicht.

Nach Angaben des betroffenen Mitarbeiters am Bauhof habe dieser den Auftrag gehabt, zu mähen, er habe zusätzlich Maulwurfshaufen glattgezogen und dabei wohl Fahrspuren hinterlassen.

Nur ein Mulchmäher

Die Stadt besitze lediglich einen Mulchmäher, was bedeute, dass das Gras bis zur Höhe von 7 bis 10 Zentimeter gemäht werden könne. „Wenn wir das Gras in die Höhe schießen lassen, haben wir kein Mähwerkzeug und müssen Fremdleistungen teuer einholen, weil das Schnittgut aufgenommen werden muss“, erklärt Hassl. Wenn der Sommer total verregnet sei, müsse erst recht gemäht werden. Reifenspuren würden wieder beseitigt, verspricht der Bürgermeister.

Das Problem eines feuchten Frühjahres oder Sommers sei, dass die Stadt viel zu wenig Personal und Equipment für Mäharbeiten vorhalte, „um dem Wachstumssturm der Gräser gerecht zu werden“.

Man arbeite an einer Lösung, wolle beispielsweise Wiesenblumenfelder anlegen. Ein Musterfeld gibt es schon: Es liegt an der B 83 an der Abfahrt Industriegebiet Nord vor Himmel & Papesch. Die städtische Fläche sei auf seine Initiative hin mit mehrjährigen Wiesenblumen angelegt worden, was auch die Biodiversität fördere. Weitere Flächen seien in Planung.

„Hervorragende Arbeit“

Hassl meint, die Bürger erwarteten viel, und der Bauhof könne nicht allen Forderungen gerecht werden. Er sei denen dankbar, die eine Grünstreifenpatenschaft übernommen hätten. „Meine Mitarbeiter vom städtischen Bauhof sind einmalig und leisten hervorragende Arbeit“, sagt der Bürgermeister.

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