Bebra

Entscheidung über Zukunft der historischen Bahngebäude steht bevor

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Wie es mit diesem und den weiteren Zeugnissen der Bahngeschichte in Bebra weitergeht, darüber trifft das Parlament am Donnerstag ab 18.30 Uhr in der Aula des Beruflichen Gymnasiums eine Entscheidung.

Bebra. Der Bahnhof in Bebra wird zurzeit für über zehn Millionen Euro modernisiert und barrierefrei gestaltet. Doch wie es mit den historischen Gebäuden auf dem Bahnhofsgelände weitergeht, das ist die große Frage.

Das Inselgebäude zum Beispiel gehört zwar der Bahn, aber die hat kein Interesse an den Relikten der Eisenbahnvergangenheit, die Bebra geprägt hat. Die Bahn hatte schon angekündigt, dass das Inselgebäude, das unter Denkmalschutz steht, auch abgerissen werden könnte.

Am Donnerstag nun entscheiden die Stadtverordneten, ob die Stadt Verantwortung übernimmt, quasi "die Schirmherrschaft über das Areal", wie Bauamtsleiter Manfred Klöpfel formulierte. Oder ob man einerseits abwartet, was die Bahn macht, und den Lokschuppen II abreißt, obwohl es hier Interessenten gibt, die ihn entwickeln wollen.

Vom Wirtschaftsministerium gibt es die Vorgabe, dass bis Ende dieses Monats ein Gesamtkonzept mit Nutzungskonzept für das Stadtquartier Bahnhof Bebra vorgelegt werden muss. Das Parlament muss am Donnerstag eine Grundsatzentscheidung treffen. Vorgeschlagen wird: Inselgebäude: Erhalt und Entwicklung, unter anderem "bahnaffine Nutzung" (Warteraum, Toiletten, Bistro-Imbiss/Reisebedarf), Museum.

Lokschuppen II: Hier gibt es den Vorschlag, Dritten bis 30. Juni 2015 die Möglichkeit einzuräumen, eine Sanierung einzuleiten. Im Falle, dass keine Sanierung erfolgt, soll der Lokschuppen II zurückgebaut werden, möglicherweise Teile der Frontseiten erhalten bleiben. Im vergangenen Jahr hatte der Förderverein Industriedenkmal Bahnhof Bebra versucht, diese Möglichkeit zu erhalten.

Es war aber nicht zu einer Einigung zwischen Stadt und dem Verein gekommen, obwohl es dem Vernehmen nach Sponsoren gibt. Vom Tisch ist ein voll funktionsfähiger Lokschuppen. Kesselhaus mit Schornstein: Erhalt sichern als Basis für eine Bewirtschaftung der Ostseite.

Laut Vorschlag soll eine eigenständige Organisationsstruktur für den Betrieb des Denkmalverbunds gegründet und eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die einen Betriebsplan für das Denkmal entwickelt. Die Gesamtkosten für das Projekt Bahnhof Bebra werden auf 3,5 Mio. Euro (2014 bis 2018) geschätzt, bis zu 1,4 Mio. Euro könnten aus Stadtumbaumitteln kommen. Der Stadtumbau läuft in diesem Jahr aus. Beantragt sind bereits 800 000 Euro an Fördergeld vom Land.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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