Windkraft: Parlament stimmt für Bieterverfahren bei der Partnersuche

Bebra ist Dritter im Bunde

Die Solzer Windräder: In der Erläuterung zum Tagesordnungspunkt Windkraft, bei dem es um die Suche nach einem Partner für Planung und Betrieb von Windkraftanlagen ging, ist ein weiteres Windfeld bei Solz, Nähe Hegeküppel, verzeichnet. Archivfoto:  nh

Bebra. Nach Rotenburg und Alheim haben sich auch die Bebraer Parlamentarier dafür ausgesprochen, gemeinsam mit den beiden anderen Zubra-Kommunen nach einem Partner zu suchen, der Windkraftanlagen in der Region plant und betreibt. Dieser Projektpartner soll über ein Bieterverfahren gefunden werden.

Die drei Partnerkommunen wollen sich bei der Entwicklung von Windparks rechtlich von einem Anwaltsbüro aus Düsseldorf beraten lassen. Neben Bebra, Rotenburg und Alheim ist auch Hessen Forst mit im Boot, weil die meisten potenziellen Windkraftflächen im hessischen Staatswald liegen.

Nach dem Ausbietungsverfahren soll sich eine Jury, bestehend aus Vertretern der drei Kommunen und Hessen Forst, mit den Angeboten befassen und den Parlamenten eine Empfehlung über eine Bieterreihenfolge vorlegen, lautet der Beschluss in Bebra. Dieser wurde nach einer heftigen Diskussion bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen gefasst.

Weiteres Windfeld bei Solz

Dabei ging es vor allem um ein Windfeld bei Solz in der Nähe des Naturschutzgebiets Hegeküppel. Es ist in der Erläuterung zum Beschlussvorschlag als „für Windkraft geeignet“ verzeichnet. „Die Stadt Bebra favorisiert dieses Windfeld und schlägt die Bewertungsstufe von Gelb auf Grün vor“, ist dort zu lesen. Der Ortsbeirat von Solz hatte sich darüber und über die Informationspolitik der Stadt empört und einstimmig um eine Stellungnahme gebeten.

Entsprechend wollte Lothar Knoth (SPD / Solz) das Windfeld aus Gründen des Vogelschutzes – dort brüten Rotmilane – streichen. Dies habe auch die Regionalplanung so gesehen. Knoth fand für seinen Dringlichkeitsantrag aber nicht die notwendige Unterstützung. Auch Volkmar Hanf (Gemeinsam für Bebra) kam mit einem ähnlichen Antrag nicht durch. „Der Magistrat möchte das Windfeld hochstufen. Der Antrag sagt nur, Bebra will das nicht“, sagte Hanf.

Die große Mehrheit schloss sich der Auffassung von Bürgermeister Horst Groß an, jetzt gehe es nur um das Bieterverfahren. Über die Windfelder werde erst mit dem Flächennutzungsplan entschieden.

Auch Hessen Forst müsse an den Kosten beteiligt werden, sagte Thorsten Bloß (CDU). Für die rechtliche Betreuung des Projekts Windkraft für Zubra durch Düsseldorfer Fachanwälte werden 25 000 Euro veranschlagt. Die Wertschöpfung durch die Windkraft müsse vor Ort bleiben, betonte Gerhard Schneider-Rose (SPD) in der von Herbert Börner geleiteten Parlamentssitzung.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

Kommentare