Bebra und die Bahn: Jetzt geht es auch noch um den Lokschuppen I

Bisher in der Diskussion selten erwähnt: Der Lokschuppen I, der sich im Besitz der Bahn befindet, von dieser nicht mehr genutzt wird, der aber noch funktionstüchtig ist. Das Foto wurde im August 2011 aufgenommen. Foto:  Vöckel

Bebra. Ein Dauerbrenner, der den Bebranern ans Herz geht, wird am Donnerstagabend von den Stadtverordneten noch einmal diskutiert: die Zukunft der historischen Bahngebäude. SPD und Gemeinsam für Bebra haben einen Lösungsvorschlag entwickelt, den sie mit ihrer Mehrheit auch durchsetzen könnten.

Immer stärker gerät der Lokschuppen I ins Visier, wenn es um die Zukunft der historischen Bahngebäude in Bebra geht. Dieser solle samt Lokwerkstatt langfristig für den kommerziellen Bahnbetrieb ebenso zur Verfügung stehen wie für das Abstellen von (nicht) betriebsfähigen Lokomotiven oder sonstigem rollenden Material. „Er ist im Blick zu behalten“, heißt es in einem Änderungsantrag, den die beiden Fraktionen von SPD und Gemeinsam für Bebra (GfB) zur nächsten Stadtverordnetensitzung am Donnerstag stellen wollen.

Das Inselgebäude wollen SPD und Gemeinsam vorbehaltlich der noch auszuhandelnden Übernahme von der Bahn erhalten und entwickeln. Im Beschlussvorschlag der Verwaltung heißt es dagegen „weitestgehend erhalten“. Diese Einschränkung will man also herausnehmen.

Zum Lokschuppen II wollen die beiden Fraktionen bis Mitte 2015 die Möglichkeit einräumen, dass „Dritte“ eine standsichere Sanierung einleiten und den Lokschuppen später auch nutzen. So hatte auch schon der Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung gelautet. Bei diesem sollten der Gleisfächer als Bodendenkmal sichtbar gemacht und die Segmentdrehscheibe als Anschauungs

objekt und möglicher Übergangsweg erhalten bleiben. Zur Segmentdrehscheibe und dem Gleisfächer sagt der Änderungsantrag von SPD und Gemeinsam nichts.

Wenn sich dieser Dritte zur Wiederherstellung verpflichtet, sollten nach diesem Antrag gegenüber der Stadt bereits zugesagte Stadtumbaumittel und angebotene weitere Fördermittel (EFRE) diesem Dritten zur Verwendung gegeben werden. Die Stadt sollte nach den Vorstellungen von SPD und Gemeinsam den auf sie entfallenden Anteil von zehn Prozent der Fördermittel, also 14 500 Euro, übernehmen. Vertraglich sollten Zwischentermine mit konkreten Projektanforderungen vereinbart werden.

Hält der Dritte die Vereinbarungen nicht ein, muss der Lokschuppen II zurück an die Stadt gegeben und zurückgebaut werden. „Dabei sind möglichst viele Fassadenbestandteile und/oder Andeutungen der Gebäudeumrisse zu erhalten beziehungsweise neu zu gestalten“, schlagen SPD und Gemeinsam vor.

Sie möchten außerdem für den Betrieb des Denkmalverbundes eine eigenständige Organisationsstruktur gegründet wissen, die auch als Eigenbetrieb unter Betriebsführung einer städtischen Gesellschaft erfolgen könne.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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