Baustellen - was die Alheimer Wehren brauchen

Das Tor ist zu klein: Schon 1993 beim Bau des Feuerwehrgerätehauses in Baumbach wurde gepfuscht. Das Tor hat nicht die vorgesehenen Maße. Größere Fahrzeuge können daher bei der Feuerwehr Baumbach nicht untergestellt werden. Foto: Janz

Alheim. Die Feuerwehr Alheim steht vor einigen Herausforderungen. Das zeigt der Bedarfs- und Entwicklungsplan, den die Gemeindevertretung einstimmig beschlossen hat.

„Zehn Jahre nach vorne zu schauen ist schwierig, aber so sind die Vorgaben des Innenministers“, sagte Gemeindebrandinspektor Bernd Hildebrand. Wir stellen den 44-seitigen Bericht im Schnellcheck vor.

Das Personal

185 Kameradinnen und Kameraden haben die zehn Ortsteilwehren. Sie rücken nicht nur aus, wenn es brennt. „Es wird leider jedes Jahr mehr, wozu wir gerufen werden“, sagt Hildebrand. Das zeigt auch die Statistik: Im Jahr 2006 leisteten die Kameraden 817 Einsatzstunden, im vergangenen Jahr waren es fast doppelt so viele (1577). Verbessert hat sich der Ausbildungsstand der Feuerwehrleute, doch einige Defizite müssen noch aufgeholt werden. Ein Problem: Firmen stellen ihre Mitarbeiter nicht immer frei, damit sie Lehrgänge besuchen können.

Die Einsatzbereitschaft

„Wir haben Schwierigkeiten, tagsüber genügend Personal aufzubieten“, erklärt Hildebrand. Die Vorgabe: Binnen zehn Minuten nach dem Alarm muss die Feuerwehr am Einsatzort sein. Die Feuerwehrleitung versucht, über die 130 Seiten starke Ausrückeordnung kreative Lösungen zu finden. Darin ist genau beschrieben, wer bei welcher Einsatzart von wo zur Hilfe eilen muss. „Das sind unsere Bauchschmerzen: Wie lange können wir das stemmen?“

Die Gerätehäuser

Bernd Hildebrand

Erst im Sommer wurden die Gerätehäuser vom Prüfdienst Hessen im Detail getestet. Die meisten sind in einem guten Zustand, allerdings gibt es in dreien keine separate Umkleide. Zwei Sorgenkinder gibt es: Das Gerätehaus Sterkelshausen ist sanierungsbedürftig und zu klein. Und am grundsätzlich gut ausgestatteten Gerätehaus Baumbach wurde schon beim Bau 1993 gepfuscht: Das Tor ist zu klein, größere Fahrzeuge können nicht untergestellt werden. Was es kosten wird, all diese großen und kleinen Mängel zu beseitigen, wird derzeit erarbeitet.

Die Ausstattung

Bis 2020 muss fast jedes Jahr ein Feuerwehrfahrzeug ersetzt werden. Erst gestern erhielt die Feuerwehr Niederellenbach ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug mit 750-Liter-Tank (TSF-W). Sein Vorgänger macht noch zwei Jahre in Obergude Dienst. Das Land Hessen übernimmt zwar die Kosten für das Fahrgestell, die Gemeinde muss aber den Aufbau bezahlen. Bei einem TSF-W, dem Standardfahrzeug der Brandbekämpfer, macht das etwa 50.000 Euro aus.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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