Zwischen Bebra und Beiseförth fahren derzeit nur Busse

Bauarbeiten der Bahn verärgern die Pendler

Hersfeld-Rotenburg. Die Bauarbeiten der Deutschen Bahn zwischen Bebra und Beiseförth sind eines der Hauptgesprächsthemen in diesen Tagen. Seit Anfang der Woche und noch bis zum Ende der Sommerferien fährt auf diesem Teil der Strecke kein Cantus. Stattdessen verbindet ein Schienenersatzverkehr - sprich: der Bus - die Orte.

Ohne Probleme lief der Schienenersatzverkehr indes nicht an. Pendler berichten von Bussen und Zügen, die ihnen in den ersten Tagen nach Beginn der Arbeiten vor der Nase weggefahren sind. „Das ist eine heftige Baumaßnahme“, gibt Sabine Herms, Pressesprecherin des NVV, zu bedenken. Der NVV arbeite daran, die Probleme schnellstmöglich zu lösen. Bis Montag, 19. August, bleibt die Strecke dicht, wie auch der Bahnübergang bei Baumbach.

50 Kilometer Schienen

Nach Auskunft der Pressestelle der Deutschen Bahn in Frankfurt werden zwischen Bebra und Beiseförth sowie auf einem zweiten Abschnitt zwischen Melsungen und Körle insgesamt etwa 50 Kilometer Schienen sowie 41.700 Bahnschwellen ausgetauscht. Hinzu kommen 46 Tonnen Schotter.

Außerdem werden vier hölzerne Weichen durch Varianten aus Beton ersetzt. Die Bahn gibt die kompletten Baukosten mit 19,5 Millionen Euro an.

In Zusammenhang mit der Streckensperrung stehen weitere Bauprojekte: die Sanierung der beiden Brücken an der B 27 nahe Bebra (wir berichteten), eine Überführung zum neuen Einkaufszentrum in Rotenburg sowie die Erweiterung des Raiffeisen-Warenzentrums in Altmorschen.

Nach Informationen von Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke geht es bei dem Projekt auch darum, die Lärmbelastung für Anwohner der Bahnstrecke zu verringern. Allerdings lägen der Gemeinde keine Beschwerden deswegen vor.

Hintergrund: Planung begann schon vor Jahren

Von jetzt auf gleich bauen - das geht bei einem solchen Vorhaben nicht. Etwa fünf Jahre vor Baustart beginnt die strategische Planung, wie die Pressestelle der Deutschen Bahn mitteilt. Zweieinhalb Jahre vor dem Beginn stimmt sich die Bahn mit betroffenen Verkehrsverbünden ab, damit der Schienenersatzverkehr geplant werden kann. Ein Fahrplanentwurf wird erstellt. Anschließend nimmt die Bahn auch Kontakt zu Dritten auf - im konkreten Fall, wie der Sprecher der Bahn erläutert, zur Stadt Rotenburg, den Gemeinden Alheim und Morschen sowie zu Hessen Mobil. Diese nutzen die Tatsache, dass die Bahnstrecke gesperrt ist, um selbst Bauvorhaben in dieser Zeit umzusetzen.

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Von Rainer Henkel

Quelle: HNA

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