Bauarbeiten am Bebraer Bahnhof stellen Radfahrer vor Probleme

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Beschwerliches Hindernis: Für Carsten Hansen ist der steile Aufstieg über diese provisorische Treppe zwar kein Problem. Doch viele Reisende mit Gepäck oder Fahrrädern haben große Mühe, die Treppen am Bebraer Bahnhof zu bewältigen.

Bebra. Die Bauarbeiten am Bebraer Bahnhof stellen Radfahrer momentan vor Probleme. Am westlichen Treppenzugang zur Fußgängerunterführung fehlt eine schräge Spur zum Schieben, sodass Reisende mit Fahrrad ihr Rad die steile Treppe hinauf- oder hinuntertragen müssen.

Der Bebraer Carsten Hansen besteigt oft mit dem Fahrrad die Bahn, um dann anderswo große Radtouren zu machen. Der trainierte 75-Jährige bewältigt die Hindernisse problemlos, aber er hat beobachtet, dass gerade ältere Menschen sich abmühen müssen. Nicht nur mit Fahrrädern, sondern auch mit schwerem Gepäck.

Provisorische Rampe 

Bis die provisorische Treppe nach Fertigstellung der Straße vom Röse- zum Nordkreisel durch einen modernen und barrierefreien Zugang ersetzt wird, wird es noch dauern. Für die Übergangszeit wünscht sich Hansen daher, dass die Schräge seitlich der Treppe, im Bild links, zu einer provisorischen Rampe für Fahrräder und Kinderwagen ausgebaut wird.

Diese Möglichkeit sei bereits während der Planung in Betracht gezogen und dann verworfen worden, sagt Bebras Bauamtsleiter Manfred Klöpfel, und zwar „nicht aus Gründen einer bewusst in Kauf genommenen Beschwernis für die Benutzer der Unterführung, sondern aus objektiven Gründen und Regelwerken und der daraus resultierenden Verantwortung“. Im öffentlichen Raum seien aufgrund der Regelwerke keine Lösungen möglich, die wir „auf der privaten Heimwerker-Baustelle sofort anwenden und herstellen würden“.

Lage wird sich zuspitzen 

„Als Trost mag es gereichen, dass der Bahnhof Bebra vermutlich seit dem Jahre 1849 nicht wirklich barrierefrei war“, so Klöpfel weiter. Auf einige Monate mehr oder weniger komme es also nicht an. Die Situation werde sich in den kommenden Monaten sogar noch zuspitzen, wenn ab Mitte März der östliche Eingang komplett gesperrt wird. Klöpfel: „Bebra baut sich um, das ist Realität noch für gut zwei Jahre.“

Der Bauamtsleiter versucht, der Situation etwas Positives abzugewinnen. Er sieht die Erschwernis als Möglichkeit für Menschen, miteinander in Kontakt zu kommen. „Miteinander schaffen es täglich viele wildfremde Menschen auch hier in Bebra, zu schwere Koffer, Kinderwagen, Rollatoren und auch Fahrräder gemeinsam zwischen den verschiedenen Ebenen zu transportieren.“

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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