Im Haus des Gastes

Ronshausen und Genas feiern Jahrestag ihrer Verschwisterung

Deutsch-französisches Zusammenspiel: ESGA-Genas-Vorsitzender Jean-Luc Iascone (links) und ESV-Ronshausen-Vorsitzender Günter Wollenhaupt schneiden die eigens für die Rückfeier anlässlich des 40-jährigen Verschwisterungsjubiläums angefertigte Torte an. ESGA-Sekretär Armand Raimondi (rechts) denkt wohl schon darüber nach, wer die am 10. Juni in seinem Heimatland beginnende Fußball-Europameisterschaft gewinnen wird. Fotos: Apel

Ronshausen. Im Großen wird die deutsch-französische Freundschaft als Grundfeste Europas bezeichnet, im Kleinen wird sie aus tiefstem Herzen gelebt und gefeiert.

Am Wochenende gleich mehrfach bei der Rückfeier anlässlich der 40-jährigen Verschwisterung der Kommunen Genas und Ronshausen und der Sportvereine Eveil Sportif Genas-Azieu (ESGA) und Eisenbahnsportverein (ESV) Ronshausen. Protokollarischer Höhepunkt war der Europäische Abend im Haus des Gastes.

Vor dem Rathaus flattern Fahnen, im Haus des Gastes wird Sekt gereicht. Überall lächeln sich Menschen zu, die sich zum Teil schon jahrzehntelang kennen und die viel zu erzählen haben. Elfriede Möller und ihr Ehemann Heinrich, der langjährige erste Beigeordnete der Ulfetalgemeinde, etwa, die von der ersten Stunde an dabei sind. Paten ihres vor 40 Jahren geborenen Sohnes Dirk Hilmar Jean sind Jean und Léone Cognein aus Genas, die sich leider abgemeldet hat. Mit anderen Gästen schauen sie sich an Wandtafeln fein säuberlich angebrachte Erinnerungsfotos an.

Plötzlich ertönt eine Fanfare, Bürgermeister Markus Becker betritt die Bühne und begrüßt die gespannt wartenden Gäste. Erster Redner ist Landrat Dr. Michael Koch, der davon spricht, dass wahre Freundschaft keine Selbstverständlichkeit ist: „Sie entsteht erst dann, wenn eine Idee in der Gesellschaft umgesetzt wird, wenn man Besucher nicht in Hotels unterbringt, sondern in Familien.“ Koch sieht keine Alternative zum vereinten Europa und wünscht der „Jumelage“ gutes Gedeihen bis zum nächsten Jubiläum.

Bürgermeister Becker, der am Samstag seinen 41. Geburtstag feiert, freut sich darüber, dass er so „alt“ ist wie die Verschwisterung. Schmunzelnd versichert er angesichts der vielen schönen Feiern: „Uns werdet Ihr so schnell nicht wieder los!“ Aber er appelliert auch an alle, das Miteinander, die Freundschaft und den Frieden zu pflegen. Sein dynamischer Kollege aus Genas, Daniel Valero, malt das „lebendige, bereichernde Band des Austausches“ an den Himmel. Er hat eine große, mit 40 Bänden Quintessenz französischer Kultur gefüllte Kiste mitgebracht: Die „Menschliche Komödie“ von Honoré de Balzac. Und Flaschen mit rosa Perlen, damit das Lesen leichter fällt.

Frauensee feiert mit

Nach Tanzeinlagen der Jazz-Tanzflöhe des Ronshäuser Turnvereins treten Bürgermeister Rudi Reitzig aus dem thüringischen Partnerort Frauensee, der die Verschwisterung seit vielen Jahren mitlebt, sowie Jean-Pierre Chaleil und Rainer Lang von den beiden Partnerschaftsausschüssen ans Rednerpult. Chaleil überreicht eine in Ringform angefertigte Tafel, die die „Hochzeit“ und das Miteinanderverschmelzen der beiden Orte symbolisiert. Ähnliches gilt für die von den ESGA-Sportlern gestiftete Fußballtorte, die dem Ronshäuser Büffet, zu dem alle eingeladen sind, das I-Tüpfelchen aufsetzt. Alle sind sich einig: „Es lebe Schenass, es lebe Ronsausenn!“

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare